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EF25Festival-Session · KI & Automatisierung · Ausbildung & Young Talents

Führungskompetenzen für die KI-Welt: Warum Kontrolle bremst und Orientierung trägt

Welche Führungskompetenzen braucht es, damit KI im Team wirklich wirkt? Marco Springer und Dr. Shamim Rafat von der Transformationsberatung zero360 zeigen auf dem EMBRACE Festival 2025 bekannte Führungsmuster, die in einer Welt mit KI zum Problem werden, und welche Fähigkeiten an ihre Stelle treten: Moderation, Lernräume, Vision und Zuversicht.

  • Von zero360
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025 · Yellow Stage
  • Datum 25.–26.06.2025
Führungskompetenzen für die KI-Welt: Warum Kontrolle bremst und Orientierung trägtVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Hör auf, Zwischenergebnisse in Schleifen abzunehmen. Jede Präsentationsrunde frisst die Zeit, die KI gerade gewonnen hat. ▶ 5:16
  2. Führ über Ergebnisse statt Anweisungen: KI erwartet ein klares Ziel, den Weg dorthin gestaltet sie selbst. ▶ 7:33
  3. Kläre Ziele zu Beginn: KI-Agenten, die mehrere Schritte am Stück erledigen, brauchen von Anfang an ein klares, anschlussfähiges Zielbild. ▶ 10:42
  4. Schaff Lernräume im Alltag: KI lernt dein Team nicht im Zwei-Tages-Seminar, sondern beim Ausprobieren, mit erlaubten Fehlern und gemeinsamer Reflexion. ▶ 18:03
  5. Achte bei Einstellung und Personalentwicklung auf Moderationskompetenz und Wissen aus dem Change-Management. ▶ 23:54

Sieh dir alle 27 Minuten an, mit allen Führungsmustern, die zero360 in der Praxis beobachtet, und den Gegenbildern für die Führung von morgen. Kostenlos für Mitglieder.

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Führungskompetenzen für KI: Warum Tools allein nicht reichen

Marco Springer und Dr. Shamim Rafat leiten die Berliner Transformationsboutique zero360 mit einem Team von 30 Menschen. zero360 begleitet Unternehmen dabei, Zukunftsbilder in zukunftsfähige Organisationen zu übersetzen. Die Beobachtung aus den letzten 10 Jahren: Natürlich kommt es darauf an, wie Teams mit Tools umgehen. Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der Führung.

Der Vortrag schaut deshalb nicht auf Technologie, sondern auf Führungsmuster aus der eigenen Praxis. Diese Muster haben lange funktioniert. In einer Welt mit KI entscheiden sie darüber, ob die Technologie Wirkung entfaltet oder an Routinen scheitert.

Kontrolle und Anweisungen bremsen KI aus

Der erste Klassiker ist die Kontrolle von Zwischenergebnissen. Ein Team kommt gut voran, muss aber erst eine Präsentation bauen, bekommt Änderungswünsche und soll in zwei Wochen wiederkommen. Wenn KI Ergebnisse viel schneller produziert, geht in diesen Schleifen genau die gewonnene Zeit verloren. Wer so führt, fürchtet Automatisierung oft, weil die Kontrolle entgleitet.

Der zweite Klassiker: Führung über Anweisungen. Viele Führungskräfte sind Schritt für Schritt aufgestiegen und wissen genau, wie sie eine Aufgabe erledigen würden. Statt das erwartete Ergebnis zu beschreiben, geben sie den Weg vor. ChatGPT und ähnliche Tools erwarten aber keine Prozessvorgaben, sondern eine Ergebniserwartung. Den Lösungsweg denkt sich die KI selbst aus. Springer stellt fest: Wer KI instruieren will, muss im Ziel denken, nicht im Weg.

„Weil sie Orientierung stiftet. Führung kann nicht alles wissen, aber sie muss den Rahmen dafür schaffen …“

Shamim Rafat · im Video ab 26:05

Vertrauen, Zielklarheit und Prüfung neu denken

Auch die Delegation an einen bewährten Kreis hat lange gut funktioniert. Wenn Teile der Arbeit von KI übernommen werden, liegt Zuverlässigkeit aber nicht mehr nur in Köpfen, sondern in Systemen. Das verändert laut Rafat die Logik von Vertrauen. Führungskräfte müssen lernen, auch Technologie zu vertrauen, anders zu delegieren und hybrid zu führen.

Viele Projekte starten heute ohne klares Ziel, das sich erst unterwegs schärft. Rafat schätzt, dass das in 80 Prozent der Fälle noch so ist. KI-Agenten, die mehrere Schritte am Stück erledigen, brauchen aber von Beginn an ein klares Ziel und saubere Prompts. Sonst gilt: Shit in, shit out.

Ähnlich ist es mit der Ergebnisprüfung durch Expertinnen und Experten am Ende eines Projekts. Wenn KI aus tausenden Dokumenten in Tagen ein komplexes Papier erstellt, bremst eine Prüfung über zwei Wochen den ganzen Gewinn. Springer verweist auf erste Agenten, die darauf trainiert sind, Ergebnisse anderer Agenten zu prüfen.

Neue Führungskompetenzen: Moderation, Lernräume, Vision

Wer Abläufe automatisieren will, muss zuerst verstehen, was Kundinnen und Mitarbeitende wollen und wer was beiträgt. Sonst bildet die Automatisierung nur die alte Prozessstrecke nach. Führung schafft dafür moderierte Räume, etwa Workshops, in denen Teams gemeinsam entscheiden, was automatisiert wird und was manuell bleibt. Dafür braucht es Moderationskompetenz.

Lernen mit KI passiert nicht in einem Offsite mit externem Coach, sondern im Alltag, Schritt für Schritt. Führung muss Räume schaffen, in denen Neues ausprobiert, Fehler gemacht und gemeinsam reflektiert werden. Heute lernen viele privat mit eigenem Account, während im Unternehmen Tools und Räume fehlen.

Dazu kommt eine Vision mit konkreten, anschlussfähigen Zielen. Sie gibt Orientierung und beschleunigt Entscheidungen. Ohne gemeinsames Zielbild bleibt jede Automatisierung nur Technik und wird nie Teil einer Strategie. Rafat nennt das narrative Kraft.

Zukunft gemeinsam gestalten: Führung als Ermöglicher

Die Vision soll nicht von wenigen geschrieben werden, sondern gemeinsam entstehen. Die Bilder in den Köpfen reichen von Jobverlust bis zum KI-Assistenten, der die Hälfte der Arbeit abnimmt. Gestalten Teams die Zukunft nicht partizipativ, gestaltet die Technologie sie. Dafür braucht Führung Empathie, Resilienz und Zuversicht. Wer fürchtet, dass es den eigenen Job in zwei Jahren nicht mehr gibt, braucht jemanden, der zuhört und Entwicklungswege aufzeigt.

Führung muss nicht alles wissen. Sie schafft den Rahmen, gibt klar und authentisch Richtung und begleitet Menschen durch Veränderung. Dein erster Schritt: Prüf, an welchen Stellen in deinem Team Zwischenkontrollen und Detailanweisungen den Einsatz von KI heute ausbremsen.

Häufige Fragen

Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte im KI-Zeitalter?

Laut zero360 vor allem Moderationskompetenz, die Fähigkeit, Lernräume zu schaffen, eine klare Vision mit anschlussfähigen Zielen sowie Resilienz und Wissen aus dem Change-Management.

Warum bremst Mikromanagement den Einsatz von KI?

Wenn Zwischenergebnisse immer wieder präsentiert und abgenommen werden müssen, geht die Zeit verloren, die KI einspart. KI braucht klare Ziele, keine Schritt-für-Schritt-Vorgaben.

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