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Mitarbeiterengagement stärken: Warum Zukunft eine Entscheidung ist

Mitarbeiterengagement stärken ist für Ali Mahlodji keine Frage von mehr Anwesenheit, sondern von Selbstverantwortung, ehrlichem Feedback und emotionaler Stärke. Auf dem EMBRACE Festival 2025 zeigt Mahlodji, CEO von futureOne, warum HR für die Heart Rate einer Organisation steht und wie Unternehmen Menschen durch Veränderung begleiten.

  • Mit Ali Mahlodji
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025 · EMBRACE Stage
  • Datum 25.–26.06.2025
Mitarbeiterengagement stärken: Warum Zukunft eine Entscheidung istFolien für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Versteh HR als Heart Rate der Organisation: Hier treffen Ängste, Sorgen und Hoffnungen der Menschen zusammen.
  2. Führ die harten Gespräche. Falsche Harmonie verhindert echtes Feedback, ehrliche Kritik zeigt, dass du an die Person glaubst.
  3. Löse das Engagement-Problem statt das Anwesenheitsproblem: In Deutschland sind laut Gallup nur 12 % mit Hand, Herz und Hirn dabei.
  4. Investier in Persönlichkeitsentwicklung. Starke Persönlichkeiten kommen mit einer unsicheren Welt besser klar.
  5. Plan Emotionen in jede Veränderung ein. Wer Angst, Ärger und Trauer überspringt, blockiert die Energie für den Neustart.

Lies den ganzen Vortrag im Transkript nach, mit der Kübler-Ross-Kurve für Change und dem Beispiel des Dachdeckerbetriebs. Kostenlos für Mitglieder.

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HR steht für die Heart Rate einer Organisation

Ali Mahlodji eröffnet mit einer Provokation: Wer in HR noch an Human Resources denkt, ist im falschen Film. HR steuert heute die Heart Rate einer Organisation. Hier kommen Ängste, Sorgen und Hoffnungen der Gesellschaft zusammen. Mahlodji arbeitet seit über 20 Jahren in der Arbeitswelt, früher unter anderem bei Siemens und Sun Microsystems, später mit dem Aufbau von whatchado.

Das Wort Job stammt laut Mahlodji aus der Computerwelt: Lochkarten bekamen eine Jobbeschreibung. Diese Logik haben Unternehmen auf Menschen übertragen, in einer Welt, die steuerbar war. Diese Welt gibt es nicht mehr. Heute sagt niemand an der Spitze von Unternehmen oder Politik, wohin die nächsten 10 Jahre gehen. Mahlodji setzt auf Realismus: Erst wer realistisch im Hier und Jetzt ankommt, kann die Welt optimistisch gestalten.

Selbstverantwortung, echtes Feedback und Vertrauen

Führungskräfte können Entscheidungen nicht mehr allein treffen. Auch Azubis, die seit 6 Monaten dabei sind, müssen in die Selbstverantwortung kommen. Dafür braucht es eine Entwicklungskultur, die Menschen etwas zutraut. Im deutschsprachigen Raum sieht Mahlodji dagegen falsche Harmonie: Echtes Feedback bleibt aus, weil wir Menschen nicht zutrauen, damit umzugehen.

Wer an Menschen glaubt, führt die harten Gespräche, nicht um zu verletzen, sondern um einen Spiegel vorzuhalten. Dann ist auch positives Feedback glaubwürdig. So entsteht eine Beziehungs- und Vertrauenskultur, in der Teams sich trauen, neue Wege zu gehen. Mahlodji hat 100 CEOs und Vorstände weltweit nach ihren Fragen an die Zukunft gefragt. Bei einer Veranstaltung des Jane-Goodall-Instituts mit 1000 Jugendlichen kamen fast dieselben Fragen.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass Zukunft jeden Tag eine Entscheidung ist …“

Ali Mahlodji

Mitarbeiterengagement stärken: das eigentliche Problem

Der Gallup-Report State of the Global Workplace zeigt: In Österreich sind nur 9 %, in Deutschland 12 % der Beschäftigten mit Hand, Herz und Hirn dabei. Für Mahlodji ist das ein Engagement-Problem, kein Produktivitätsproblem. Menschen, die privat Familie haben, Auto fahren und wählen, geben am Arbeitsplatz ihre Selbstverantwortung ab. Trotzdem dreht sich die Debatte oft darum, wer lange genug im Büro sitzt, statt um Ergebnis und Wirkung.

In der Jury des Fachkräftepreises 2024 lernte Mahlodji einen Dachdeckerbetrieb kennen, der trotz Fachkräftemangel in der Branche von Bewerbungen überrannt wird. Der Grund: Der Betrieb investiert in starke Persönlichkeiten. Mit den Beschäftigten geht es in die Berge, zu Eisbädern, Meditation und Atemübungen. Professionelle Persönlichkeitsentwicklung ist für Mahlodji der Weg, mit einer unsicheren Welt umzugehen.

Emotionen sind der Hebel für Veränderung

Der einzige Hebel für Veränderung, der laut Mahlodji wirklich funktioniert: die Sprache der Emotionen deuten und ihre Kraft lenken. Angst erzeugt Enge, ständiger Stress hält uns darin fest. Mahlodji erklärt das mit der Kübler-Ross-Kurve, die oft in Change-Formaten genutzt wird. Nach dem Schock verleugnen Menschen die Veränderung und werden überproduktiv. Dann geht die Energie aus, Wut und Ärger folgen. Erst wer Angst, Ärger und Trauer aussprechen darf, kommt in Akzeptanz, Neugier und Energie für den neuen Weg.

Viele Unternehmen überspringen diesen Teil und rufen gleich das nächste Zukunftsprojekt aus. Change-Verantwortliche, die große Zusammenlegungen gut geschafft haben, sagen laut Mahlodji dagegen: Manage die Emotionen, mach die Menschen emotional fit. Kleine Rituale helfen. In Mahlodjis Familie gehört dazu, jeden Abend drei Dinge zu nennen, für die alle dankbar sind. Das Gehirn kann nicht gleichzeitig Angst haben und dankbar sein.

Unternehmen als Lebensabschnittsbegleiter

Viele Menschen haben laut Mahlodji in den letzten Jahrzehnten weniger gelernt, Geduld zu haben, Dinge auszuhalten und kritische Gespräche zu führen. Unternehmen und Bildung werden deshalb zu Lebensabschnittsbegleitern, die Orientierung und Halt geben. Ältere Beschäftigte bringen dabei Erfahrung im Umgang mit Krisen mit. Beim Thema KI hält Mahlodji nichts vom Entweder-oder: Wird die technische KI besser, rückt die menschliche Seite in den Fokus. Dafür musst du Produktivität und Selbstwert entkoppeln.

Dein erster Schritt: Fang bei dir an. Wer in die eigene Entwicklung investiert und Dinge hinterfragt, wird für andere zum Nordstern. Menschen folgen Menschen, die Schritte nach vorn gehen.

Häufige Fragen

Wie stärke ich das Engagement meiner Mitarbeitenden?

Ali Mahlodji setzt auf Selbstverantwortung, ehrliches Feedback und Persönlichkeitsentwicklung. Statt Anwesenheit zu messen, geht es darum, Menschen etwas zuzutrauen.

Welche Rolle spielen Emotionen im Change?

Eine zentrale. Wer Angst, Ärger und Trauer überspringt, blockiert laut Mahlodji die Energie für den Neustart. Erst nach der Akzeptanz kommen Neugier und Offenheit für das Neue.

Speaker

Ali Mahlodji

CEO futureOne, Tech-Founder & Autor

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