Das nimmst du mit
- Stärk die Betreuenden: Die Qualität der Betreuung in der Fachabteilung ist ein großer Hebel gegen Ausbildungsabbrüche. ▶ 2:55
- Biete einen niedrigschwelligen Werkzeugkoffer, wenn Ausbilderschein oder IHK-Weiterbildung zu groß sind: Webinare, Treffen, Newsletter und Vorlagen. ▶ 4:58
- Setz bei den Themen an, die Betreuende brauchen: die junge Generation verstehen, Selbst- und Zeitmanagement, gute Aufgaben und Feedback. ▶ 12:15
- Nutz vorhandene Tools: SharePoint, Forms-Abfragen und Webinare über Teams reichen für den Start. ▶ 13:11
- Fang einfach an: Starte mit dem, was du schnell umsetzen kannst. Der Rest wächst mit der Zeit. ▶ 19:23
Hör dir den ganzen Live-Podcast in 20 Minuten an und erfahre, wie ABB die Community Schritt für Schritt ausbaut. Kostenlos für Mitglieder.
Kostenlos beitretenWarum Ausbildungsbeauftragte Unterstützung brauchen
Melanie Brender arbeitet seit dem gesamten Berufsleben in der Ausbildung, heute im ABB Ausbildungszentrum in Heidelberg. Am Anfang der Community stand eine schlichte Frage: Was brauchen die betrieblichen Betreuerinnen und Betreuer? Andere nennen sie Ausbildungsbeauftragte oder Praxisbetreuende. ABB hat sich mit Ausbildungsabbrüchen beschäftigt und gesehen, dass die Qualität der Betreuung in der Fachabteilung ein großes Stellrad ist.
Die Betreuenden machen das quasi ehrenamtlich neben ihrer Haupttätigkeit. Viele fragen sich, ob sie qualifiziert genug sind und ob sie die Dinge richtig machen. Manche fühlen sich mit der Rolle allein: Wie mache ich mir das Leben leichter, wie finde ich gute Aufgaben?
Werkzeugkoffer statt Ausbilderschein
Der Ausbilderschein ist für viele zu groß, eine Weiterbildung bei der IHK zu viel. Das Budget fließt zuerst in die fachliche Qualifizierung für den Hauptjob, und manche wollen keine Prüfung mehr ablegen. Was sie sich wünschen, ist ein Werkzeugkoffer, aus dem sie nehmen, was sie brauchen. ABB setzt deshalb auf ein niedrigschwelliges Angebot, das das Team selbst aufsetzt und für das es auch externe Gäste einlädt.
Schnell zeigte sich: Themen wie Generationen, Feedback für die junge Generation oder Selbst- und Zeitmanagement helfen nicht nur Betreuenden. Auch Führungskräfte und Personalverantwortliche, die eher für die Arbeit mit Erwachsenen geschult sind, profitieren. So wurde aus dem Betreuersupport die Community „Wir machen Ausbildung“, offen für alle, die mit Ausbildung zu tun haben.
„Ich finde das Potenzial riesengroß, weil jeder, der teilnimmt, wird ja irgendwie Multiplikator und kann sein Wissen auch weitergeben.“
So ist die Ausbildungs-Community bei ABB aufgebaut
Gestartet ist ABB mit einem Newsletter an alle Ausbildungsbegeisterten im Unternehmen: Updates zur Ausbildung, Fakten und Einladungen zu Webinaren, an denen alle teilnehmen können. Dazu kommen Präsenztreffen für den Erfahrungsaustausch, ein SharePoint mit Hilfsmitteln, Gruppen in einer internen Online-Community und eine LinkedIn-Gruppe für Alumni.
Der erste Newsletter-Verteiler umfasste ungefähr 700 Personen. Allein der Betreuerkreis für kaufmännische Ausbildung und duales Studium zählt fast 500 Personen, inklusive Verbund bildet ABB gerade ungefähr 1300 Azubis aus. Ein Pilot-Workshop im November in Mannheim und Heidelberg hatte 25 bis 30 Teilnehmende, das Feedback war grandios. Die Herausforderung jetzt: Die Betreuenden sitzen in ganz Deutschland, deshalb braucht es Treffen in den Regionen und ein gutes virtuelles Konzept.
Teuer ist das nicht. ABB nutzt vorhandene Ressourcen: SharePoint, Forms-Abfragen für den Bedarf und Webinare über Teams. Nur für den Newsletter gibt es ein eigenes Tool, ein E-Mail-Verteiler hätte es laut Brender auch getan.
Welche Themen Ausbildungsbeauftragte wirklich brauchen
Top-Thema ist die junge Generation: Warum ticken Azubis, wie sie ticken, und warum wirken sie unmotiviert? Spoiler: Oft sind sie es gar nicht. Danach folgen Selbst- und Zeitmanagement, also wie die Rolle neben den Hauptjob passt, und die Frage, wie du gute Aufgaben gestaltest und Feedback dazu gibst.
Azubis sind in vielen Formaten willkommen, nur beim offenen Austausch der Betreuenden über Schwierigkeiten nicht. In einer Weiterbildung für Führungskräfte im Produktionsbereich diskutieren zwei Azubis auf einem Panel mit. Denn es zählt, mit Azubis zu reden und nicht nur über sie.
Erfolg messen will ABB im zweiten Schritt, je nach Thema unterschiedlich. Geht es um besseres Feedback, zeigt das die Zufriedenheit der Azubis in der Abteilung. Wählen Führungskräfte Azubis aus, zählen schnellere Besetzung und besseres Matching. Am Anfang stand bewusst keine Messung, damit die Hemmschwelle niedrig bleibt.
Dein erster Schritt: einfach mal machen
Damit die Community lebt, platziert ABB sie immer wieder: als Hinweis in den Versetzungsmitteilungen, im Intranet und auf Social Media. Brenders drei Key Learnings: Schau, wer alles zum Ökosystem Ausbildung gehört. Bring die Gruppen zusammen, denn viele Betreuende bauen eigene Checklisten und Vorlagen, die du im ganzen Unternehmen streuen kannst. Und fang einfach an, mit dem, was du schnell umsetzen kannst.
Häufige Fragen
Wie kann ich Ausbildungsbeauftragte unterstützen?
ABB setzt auf eine niedrigschwellige Community mit Newsletter, Webinaren, Präsenztreffen und Vorlagen auf SharePoint. Die Themen orientieren sich am Bedarf, etwa Generationen, Zeitmanagement und Feedback.
Was hilft gegen Ausbildungsabbrüche?
Laut Melanie Brender ist die Qualität der Betreuung in der Fachabteilung ein großer Hebel. Betreuende brauchen dafür Austausch und passende Werkzeuge.
Speaker:innen
Melanie Brender




