Das nimmst du mit
- Prüf Rollen Skill für Skill: Rund die Hälfte der Skills einer typischen Stellenanzeige kann KI schon heute hybrid oder voll transformieren. ▶ 18:29
- Plan mit dem hybriden Horizont: Kein Beruf liegt bei 100 Prozent, Menschen steuern, entscheiden und kontrollieren weiter. ▶ 19:40
- Bau KI-Skills im HR-Team auf, etwa Prompting und das Erkennen von Effizienzpotenzialen durch KI. ▶ 25:31
- Zeig im Employer Branding, wie du KI wirklich nutzt. Stellenanzeigen fordern KI nicht nur, sie werben auch damit. ▶ 26:16
- Regel klar, welches KI-Tool wofür gedacht ist. Fünf LLMs ohne Orientierung verwirren Mitarbeitende. ▶ 27:24
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Kostenlos beitretenKI trifft auf einen ambivalenten Arbeitsmarkt
Sondergeld ordnet zuerst die Lage ein. Deutschland hat zwei Jahre Rezession hinter sich, für dieses Jahr sind 0,3% Wachstum vorhergesagt. Der Indeed-Index für Stellenanzeigen lag im Frühjahr 2022 rund 75% über dem Niveau von Februar 2020, seitdem ging es bergab. Aktuell sind noch 14% mehr Stellen ausgeschrieben als vor der Pandemie. Für das nächste Jahr erwarten Prognosen 1,3% Wachstum.
Gleichzeitig beginnt das Erwerbspersonenpotenzial im nächsten Jahr zum ersten Mal zu schrumpfen. Bis 2040 scheiden laut IAB 3,1 Millionen Menschen aus dem erwerbsfähigen Alter aus. Engpässe etwa in der Pflege verschärfen sich, die grüne Transformation verändert Berufe in Sanitär- und Klimatechnik. Dazu kommt hohe wirtschaftliche Unsicherheit. Auf diese Mischung trifft die KI-Revolution, und Schlagzeilen vom Jobkiller schüren Angst. Umso wichtiger sind Daten.
So misst der AI at Work Report das Potenzial von KI
Der Report betrachtet nur generative KI, keine Robotik. Das Hiring Lab extrahiert fast 3000 Skills aus Indeed-Stellenanzeigen. Mehrere LLMs, darunter GPT, Perplexity und Claude, bewerten auf einer Skala von 1 bis 5, wie gut generative KI einen Skill übernehmen kann. Die beiden Dimensionen sind Problemlösungskompetenz und die Notwendigkeit physischer Präsenz.
Daraus entsteht eine Matrix. Voll transformierbar ist nur ein Prozent der Skills, etwa Bildklassifizierung oder einfache Mathematik. Die meisten Skills liegen in der Mitte. Assistiert heißt: KI liefert generische Frameworks, die Menschen mit spezifischem Wissen füllen. Hybrid heißt: KI übernimmt den Großteil der Routine, braucht aber menschliche Anweisung, Validierung und Monitoring.
„Der Markt für HRler ist zwar geschrumpft, aber der Markt für HRler, die in irgendeiner Weise KI-affin sind und entsprechende Skills mitbringen, ist sogar gestiegen …“
Rund die Hälfte der Skills ist transformierbar
Gewichtet auf eine typische Stellenanzeige kann KI rund die Hälfte der Skills schon heute hybrid oder voll transformieren. Die Zahl basiert auf der Berufsverteilung in den USA, für Deutschland erwartet Sondergeld eine ähnliche Größenordnung. Die Unterschiede zwischen Berufen sind groß: In Kinderbetreuung und Pflege sind es rund 20 Prozent der Skills, etwa bei Dokumentation und Verwaltung. Ganz oben steht die Softwareentwicklung.
Kein Beruf bleibt unberührt, aber keiner liegt bei 100 Prozent. Sondergeld nennt das den hybriden Horizont: KI erledigt viele Routineaufgaben, der Mensch bleibt durch Kontrolle und strategische Führung unverzichtbar. Wichtig ist der Unterschied zwischen Potenzial und Umsetzung. Menschen entscheiden, was KI tun soll. Kulturelle Reibung, ethische Bedenken oder fehlende Daten bremsen.
KI in Stellenanzeigen: Was der Indeed-KI-Tracker zeigt
Der Indeed-KI-Tracker misst, wie viele Stellenanzeigen KI erwähnen. In Deutschland stieg der Anteil im laufenden Jahr von rund zwei auf 3,1 Prozent. Der Tech-Markt ist seit 2022 stark geschrumpft, doch die verbliebenen Stellen haben zunehmend einen KI-Fokus. In der Softwareentwicklung erwähnen 23 Prozent der Anzeigen KI. Auch Vertrieb, Management und Marketing machen einen wachsenden Teil der KI-Stellen aus.
Für HR besonders relevant: Seit 2024 hat sich HR vom Gesamtmarkt gelöst. Der HR-Stellenmarkt ist geschrumpft, die Zahl der HR-Stellen mit KI-Bezug ist aber sogar absolut gestiegen. Derzeit erwähnen 6% der HR-Anzeigen KI. Gefordert werden Skills wie Prompting oder das Erkennen von Effizienzpotenzialen. Gleichzeitig nutzen Unternehmen KI fürs Employer Branding, etwa mit dem Versprechen, mittendrin in der KI-Revolution zu sein.
Im Management Consulting stieg der Anteil von fast 0% auf mehr als 25% der Stellen. Für Sondergeld zeigt das die Unsicherheit vieler Unternehmen, welche Tools sie wirklich brauchen.
Was HR jetzt mit den Daten anfangen kann
Bei der Umsetzung stehen die meisten Unternehmen noch am Anfang, das Tempo ist aber hoch. Dein erster Schritt: Nimm eine Rolle in deinem Team und prüf Skill für Skill, was KI übernehmen, unterstützen oder gar nicht leisten kann. Bau dann die nötigen KI-Skills gezielt auf, regel klar, welches Tool wofür gedacht ist, und zeig in deinen Stellenanzeigen nur die KI-Kultur, die es bei dir wirklich gibt.
Häufige Fragen
Wie viele Stellenanzeigen erwähnen KI?
Laut Indeed-KI-Tracker in Deutschland derzeit rund 3,1 Prozent aller Stellenanzeigen, im HR 6% und in der Softwareentwicklung 23 Prozent. Bei Management Consultants sind es mehr als 25%.
Welche Berufe verändert generative KI am stärksten?
Laut AI at Work Report die Softwareentwicklung. In Berufen mit viel physischer Präsenz wie Pflege oder Kinderbetreuung sind es rund 20 Prozent der Skills. Kein Beruf bleibt unberührt, keiner liegt bei 100 Prozent.
Ersetzt KI HR-Jobs?
Die Daten zeigen etwas anderes: Der HR-Stellenmarkt ist geschrumpft, die Zahl der HR-Stellen mit KI-Bezug ist aber absolut gestiegen. Gefragt sind Skills wie Prompting und das Erkennen von Effizienzpotenzialen.
Speaker
Virginia Sondergeld
Indeed Hiring Lab




