Das nimmst du mit
- Hol Learning aus der Benefit-Ecke neben Obstkorb und Fitnessstudio. Für zukunftsfähige Unternehmen ist es eine Notwendigkeit. ▶ 2:43
- Denk KI als Fahrrad für den Kopf: Sie ersetzt nicht einfach Menschen, sondern macht viele deutlich produktiver. ▶ 5:26
- Lass anwenden statt abfragen. Mit einem persönlichen Coach, der übt und Feedback gibt, steigt die Learning Retention laut Peukert um fast 200 Prozent. ▶ 7:21
- Nimm den Betriebsrat von Anfang an mit: mit eigenen Unterlagen und ohne personenbezogene Daten zur Leistungskontrolle. ▶ 18:56
- Zeig intern den Impact von Learning: Wie hat es Umsatz getrieben, wie Kosten gespart? Nicht nur, was es kostet. ▶ 20:58
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Kostenlos beitretenWarum Learning keine Benefit-Ecke mehr sein darf
Stefan Peukert hat vor Masterplan.com bereits Ausbildung.de gegründet. Anlass für Masterplan war eine Zahl: Fast drei Viertel aller Business-Transformationen scheitern. Eine weitere Zahl von 2020 zeigt die Folgen: Seit dem Jahr 2000 ist über die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen insolvent gegangen oder aufgekauft worden.
Weil niemand mehr vorhersagen kann, wie die Welt in fünf Jahren aussieht, braucht es laut Peukert neben einer Strategie vor allem eine fluide Organisation. Learning, Upskilling und Reskilling sind dafür der einzige Weg. Trotzdem steht Learning in vielen Unternehmen noch in der Benefit-Ecke, neben Obstkorb und Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Für Unternehmen, die zukunftsfähig sein wollen, ist es eine Notwendigkeit.
KI als Fahrrad für den Kopf
Bevor es um Beispiele geht, liefert Peukert ein Bild. Ein Diagramm zeigt, wie effizient sich Lebewesen fortbewegen, gemessen am Energieverbrauch pro Kilometer und Körpergewicht. Der Kondor ist am effizientesten, der Mensch liegt in der Mitte. Auf dem Fahrrad übertrifft der Mensch den Kondor deutlich.
So denkt Masterplan über KI: als Bicycle for the Mind. KI killt nicht alle Jobs, macht aber viele Menschen sehr viel produktiver und verändert die Arbeitswelt nachhaltig. Peukert sagt dabei offen, dass manche Jobs wegfallen. Bei Masterplan gibt es heute drei Übersetzer weniger.
„Es killt nicht alle Jobs, aber es wird viele Leute sehr, sehr viel produktiver machen …“
KI in der Weiterbildung: AI-Coach statt Quiz
Das erste Beispiel betrifft das Produkt. Klassisches E-Learning endet mit einem Quiz, das nur abfragt, ob du aufgepasst hast. Nach 30 Tagen sind laut Peukert 80 Prozent wieder vergessen. Lernen passiert erst, wenn du Wissen in einem anderen Kontext anwendest. Mit einem persönlichen Coach, der mit dir übt, dich fordert und Feedback gibt, steigt die Learning Retention um fast 200 Prozent.
Für 100.000 Menschen gleichzeitig war das bisher nicht bezahlbar. Masterplan hat deshalb einen AI-Coach gebaut. Statt die Phasen einer Verhandlung auswendig zu lernen, verhandelst du gegen den Bot, etwa in einem mit VW entwickelten Szenario zum Verkauf von Elektrofahrzeugen. Auf Wunsch pausiert der Bot und gibt detailliertes Feedback. Gebaut wurde das in sechs Monaten. Angeboten wird es für alle in der Organisation, auch für Blue-Collar-Beschäftigte, zum Preis einer Tasse Kaffee im Monat.
Übersetzung mit Originalstimme und ein KI-Kurs gegen Ängste
Das zweite Beispiel betrifft die Organisation. Bei DAX-Unternehmen sprechen 40 Prozent der Mitarbeitenden nicht Deutsch als Muttersprache. Professionelle Übersetzungen waren für Masterplan deshalb lange der Engpass. Mit KI sanken die Kosten pro Minute von 50 Euro auf 50 Cent. In der Live-Demo spricht der Speaker im Video mit der eigenen Stimme in anderen Sprachen. Als Nächstes sollen Lippensynchronisation und die automatische Übersetzung von Kundenvideos in 25 Sprachen folgen.
Das dritte Beispiel betrifft das Geschäftsmodell: einen KI-Kurs, der nicht tief in die Technik einsteigt, sondern den Menschen zuerst Sorgen und Ängste nimmt. Der Kurs erklärt Chancen, Risiken, Grenzen und Anwendung. So sollen Mitarbeitende selbst überlegen, was sich in Prozessen, Produkten und Dienstleistungen mit KI besser machen lässt.
Betriebsrat, Return of Learning und Wandel von oben
In der Fragerunde geht es um den Betriebsrat. Masterplan war überrascht, dass Betriebsräte Learning nicht automatisch begrüßen. Der Schlüssel laut Peukert: den Betriebsrat ganz am Anfang mitnehmen, nicht erst kurz vor der Einführung. Dazu gehören Server in Deutschland, Zertifizierungen, eigens vorbereitete Unterlagen und der Verzicht auf personenspezifische Daten, die zur Überwachung oder Leistungsabfrage dienen.
Peukert appelliert an HR, Learning intern besser zu verkaufen. Statt nur Kosten zu zeigen, gehört der Impact auf den Tisch. Masterplan nennt das ROL, Return of Learning. Und der Wandel muss von oben kommen. Als Beispiel nennt Peukert Otto: Von den Versandhändlern aus den Katalogregalen von früher gibt es nur noch Otto, weil die Spitze Lernen konsequent ins Unternehmen getragen hat.
Ein erster Schritt für dich: Such dir einen Lerninhalt, bei dem Anwendung wichtiger ist als Wissen, und teste, ob Übung mit KI-Feedback dort mehr bringt als ein Quiz.
Häufige Fragen
Wie kann KI die Weiterbildung verbessern?
Laut Peukert vor allem durch Anwendung statt Abfrage: Ein AI-Coach lässt Lernende üben, etwa eine Verhandlung, und gibt detailliertes Feedback. So bleibt mehr hängen als nach einem Quiz.
Wie überzeuge ich den Betriebsrat von einer Lernplattform?
Nimm ihn von Anfang an mit, mit vorbereiteten Unterlagen, Servern in Deutschland und ohne personenbezogene Daten zur Leistungskontrolle.
Nimmt KI Arbeitsplätze weg?
Teilweise ja, sagt Peukert: Bei Masterplan gibt es drei Übersetzer weniger. Vor allem macht KI aber viele Menschen deutlich produktiver.
Speaker
Stefan Peukert
Masterplan.com




