Das nimmst du mit
- Biete Weiterbildung auch für die Produktion an. Ein Schichtteam schickst du nicht einfach für einen Tag in den Trainingsraum, also muss das Lernen zum Arbeitsplatz kommen. ▶ 1:47
- Frag die Person, die die Maschine am besten bedient, nicht einen Trainer. Sie muss nicht vor die Kamera, es reicht ein Blick mit dem Handy über die Schulter. ▶ 3:47
- Lass KI aus Interviews, Videos und Handbüchern ein Curriculum und Lerninhalte bauen und stell sie per QR-Code in jeder Sprache bereit. ▶ 4:26
Sieh dir den ganzen Slam von Bernd Wiest an und lies im Transkript nach, wie es vom Interview zur Lerneinheit per QR-Code geht. Kostenlos für Mitglieder.
Kostenlos beitretenDie Folien zu diesem Vortrag vom Festival 2025: Wissenstransfer mit KI: Wissen in 3 Minuten dorthin, wo gearbeitet wird
Warum Weiterbildung in der Produktion selten ankommt
Bernd Wiest kümmert sich nach eigenen Worten lieber um Blue-Collar-Worker als um Powerpoints, denn auf dem Shopfloor wird das Geld verdient. Der Slam beginnt mit einer Frage ans Publikum: Wer hat Weiterbildungsangebote für Leute im Büro? Und wer hat das gleiche Angebot für die Produktion? Für Wiest ist das ein Widerspruch: Die Menschen auf dem Shopfloor verdienen am wenigsten, schaffen den meisten Wert und bekommen am wenigsten Wissen.
Die Gründe sind praktisch. Ein Schichtteam lässt sich nicht für einen Tag in den Trainingsraum schicken, zwei Tage Spezialausbildung an einer Maschine sind kaum machbar. Oft fehlen Internet und Lernmanagementsysteme. Neue werden von Kollegen eingearbeitet, und das ist dann das Onboarding. Dazu kommt die Sprache: Ein Betrieb für Molkereiabfüllung arbeitet mit 14 Sprachen, eine Reinigungsfirma in einem Krankenhaus mit zwölf.
Wissenstransfer mit KI in drei Minuten: so funktioniert der Hack
Der Hack braucht zwei Werkzeuge: einen QR-Code, den du selbst generieren kannst, und das Handy, das jeder hat. Damit lässt sich Wissen direkt am Arbeitsplatz vermitteln, innerhalb von drei Minuten und in der eigenen Sprache.
Der Ablauf: Zuerst ermittelst du, wer es weiß. Das ist nicht der Trainer, sondern die Person, die die Maschine am besten bedient. Dann erfasst du alles, was es gibt: Audio, Video, Interviews, Templates und Handbücher, für eine kleine Maschine auch mal vier Stunden Material. Mit den richtigen Prompts macht die KI daraus ein Curriculum und Lerninhalte, etwa für einen Avatar, einen Podcast oder einen Lehrtext. Bereitgestellt wird per QR-Code.
Der stärkste Hebel für Wiest: Dialekt und Sprache spielen keine Rolle mehr. Die erfahrene Fachkraft kann ihr Wissen auch auf Polnisch erklären, die KI bereitet es in allen Sprachen auf. Und niemand muss vor die Kamera. Zum Abschluss verweist Wiest auf einen Beispiel-Player, der den Slam in zwölf Sprachen zusammenfasst.
„Die Leute, die am wenigsten verdienen, sind die, die am meisten Wert schaffen und gleichzeitig die, die sich am wenigsten sozusagen mit Wissen beglücken dürfen.“
Dein erster Schritt zum Lernen am Arbeitsplatz
Such dir einen Arbeitsschritt aus, den bisher nur Kolleg:innen untereinander weitergeben, und frag die Person, die ihn am besten beherrscht. Nimm auf, was sie zeigt und erzählt, und sammle vorhandene Handbücher dazu. Das ist der Rohstoff für deine erste Lerneinheit per QR-Code.
Häufige Fragen
Wie bilde ich Mitarbeitende in der Produktion weiter?
Bernd Wiest bringt das Lernen per QR-Code und Handy direkt an den Arbeitsplatz. Die Inhalte entstehen mit KI aus dem Wissen erfahrener Kolleg:innen, in drei Minuten und in der jeweiligen Sprache.
Wie erstellt KI Lerninhalte aus Erfahrungswissen?
Aus Interviews, Videos und Handbüchern baut die KI mit passenden Prompts ein Curriculum und daraus Lerninhalte wie Avatar-Videos, Podcasts oder Texte.
Speaker
Bernd Wiest




