Das nimmst du mit
- Nutze ChatGPT als Sprachmodell, nicht wie eine Suchmaschine, und prüf jede Ausgabe kritisch nach dem Human-in-the-Loop-Prinzip. ▶ 1:22
- Bau ein Custom-GPT mit hinterlegten Prompts und deinem Tone of Voice. So bekommt dein Team per Klick Stellenanzeigen, Interviewfragen und Assessments. ▶ 7:32
- Reagier sofort auf Bewerbungen: Bei der niederländischen Post sank die Time-to-Interview mit KI-Anruf von 4 auf 0,5 Tage. ▶ 14:35
- Leg selbst fest, wie die KI absagt. Willst du niemanden automatisch ablehnen, meldet sich am Ende ein Mensch mit der finalen Antwort. ▶ 18:45
- Lass Freitext-Feedback mit GPT for Sheets in Kategorien sortieren und dir pro Kategorie drei Maßnahmen vorschlagen. ▶ 23:48
Sieh dir alle 30 Minuten an, mit der Live-Demo von Custom-GPT und GPT for Sheets und allen Zahlen aus dem Fall der niederländischen Post. Kostenlos für Mitglieder.
Kostenlos beitretenChatGPT ist ein Sprachmodell, kein Lexikon
Timmer startet mit einer Frage ans Publikum: Sprachmodell oder Wissensmodell? Die Antwort: ChatGPT ist ein Sprachmodell. Es berechnet aus deinen Eingaben die wahrscheinlichste Antwort, ähnlich wie die Wortvorschläge in WhatsApp, nur viel schneller und besser trainiert. Deshalb solltest du es nicht wie Google nutzen und jede Ausgabe kritisch prüfen.
Zu den Versionen gibt Timmer einen praktischen Rat. Die kostenfreie Variante bietet die erweiterten Funktionen wie Internetzugriff, Dokument-Upload und Datenanalyse nur begrenzt. Timmer hat sie lange gereicht. Erst wenn du ständig an die Grenze stößt, lohnt sich das Upgrade. Für eigene Custom-GPTs brauchst du die Bezahlversion.
ChatGPT im Recruiting: ein Custom-GPT fürs Team
Stellenanzeigen schreiben und übersetzen, LinkedIn-Anzeigentexte, Vorlagen für Active Sourcing oder Assessments mit Musterlösungen: Das kennen die meisten schon. Timmer zeigt deshalb Custom-GPTs. Das sind eigene, kleinere ChatGPTs für einen festen Einsatzbereich, in denen du wiederkehrende Prompts, Firmensprache, Tone of Voice und Employer Branding hinterlegst.
Bei HeyJobs nutzt das Talent Attraction Team so einen Recruiting-Assistenten. Im Beispiel wählt eine Kollegin den Prompt für eine Stellenanzeige, gibt ein paar Stichpunkte für eine Junior-Recruiter-Stelle ein und bekommt den ersten Entwurf. Ein Klick weiter folgen Interviewfragen. Niemand muss neu prompten. Das zählt, denn für Prompts gilt: Schlechte Eingabe, schlechtes Ergebnis. Mit vordefinierten Prompts bekommt das ganze Team ähnliche Ergebnisse.
„Ich glaube ganz sicher, dass halt Menschen von Menschen, die besser mit KI und Tools arbeiten können als andere, in Zukunft ersetzt werden können.“
KI-Telefoninterview: der Fall der niederländischen Post
Die niederländische Post prüft jährlich über 40.000 Bewerbende für über 4.000 Stellen. Der Prozess war langsam, das Ghosting hoch. Die Lösung heißt Charlie, ein System der Firma Scotty AI. Bewerbende entscheiden nach der Bewerbung, ob sie mit einer KI telefonieren wollen. Die KI ruft sofort oder zum Wunschtermin an, beantwortet Fragen zu Arbeitszeit, Gehalt oder Wochenendarbeit und stellt Screeningfragen, etwa zur Fahrerfahrung oder Führerscheinklasse. Am Ende terminiert sie direkt im Kalender des Recruiting-Teams.
Die Ergebnisse: Die Einstellungskosten sanken um 73 Prozent, 18 Prozent der sonst unbesetzten Stellen wurden mit Bewerbenden anderer Ausschreibungen besetzt. Viele Kandidat:innen im Blue-Collar-Bereich waren abends und am Wochenende erreichbar. Die Time-to-Interview sank von 4 auf 0,5 Tage, das Ghosting liegt jetzt bei 19 Prozent. 93 Prozent bewerteten den Prozess mit gut oder sehr gut.
Die KI sagt zu Beginn, dass sie eine KI ist, und spricht über 140 Sprachen. Wie sie absagt, stellst du selbst ein. Im Gespräch fällt der Hinweis, dass eine vollautomatische Absage mit dem AI Act nicht mehr zulässig sein wird.
Bewerberfeedback mit GPT for Sheets auswerten
Das dritte Beispiel: Eine Umfrage in Google Forms fragt nach der Zufriedenheit mit Interviews und Probearbeit, auf einer Skala von 1 bis 5 und mit Freitext. Die Antworten landen automatisch in Google Sheets. Der Mittelwert liegt im Beispiel bei 3,5 von 5. Der eigentliche Gewinn liegt im Freitext: Mit einer GPT-Formel lässt Timmer zuerst das positive, dann das negative Feedback in Kategorien sortieren.
Danach fordert Timmer für jede Kategorie drei Maßnahmen an, etwa gegen lange Wartezeiten auf Feedback. Auch hier entscheidest du, was davon taugt. Früher hat Timmer für solche Auswertungen teilweise einen Tag gebraucht.
Was KI im Recruiting jetzt schon bringt
Timmer ist überzeugt: KI macht Prozesse effizienter und freundlicher für Kandidat:innen. Ein KI-Telefoninterview lohnt sich vor allem im High-Volume-Recruiting. Bei 20 offenen Stellen im Jahr ist ein Chatbot auf der Karriereseite, der Fragen sofort beantwortet, oft der bessere Einstieg, gerade im Azubi-Recruiting.
Gleichzeitig nutzen auch Bewerbende KI für Lebenslauf und Bewerbung. Für Timmer bleibt KI ein Tool, kein Takeover. Wo ein Claim erscheint und wie du ihn bewirbst, entscheidet weiter dein Talent-Acquisition-Team. Erste BCG-Studien zeigen 12 Prozent mehr erledigte Aufgaben bei 40 Prozent höherer Qualität. Starte mit einem Prozess, den du heute noch von Hand machst.
Häufige Fragen
Wie kann ich ChatGPT im Recruiting einsetzen?
Für Stellenanzeigen, Übersetzungen, Active-Sourcing-Vorlagen, Interviewfragen und Assessments. Mit einem Custom-GPT hinterlegst du Prompts und Tonalität einmal, und das ganze Team nutzt sie per Klick.
Akzeptieren Bewerbende ein Interview mit einer KI?
Bei der niederländischen Post bewerteten 93 Prozent der Kandidat:innen den Prozess mit KI-Telefonscreening als gut oder sehr gut. Die Teilnahme am KI-Anruf war freiwillig.
Speaker
Madeleine Timmer
HeyJobs




