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E-Learning in der Ausbildung: Wie Mainova Werkbank und Digitales verbindet

E-Learning in der Ausbildung bringt nur dann etwas, wenn deine Ausbilder dadurch mehr Zeit für die Menschen bekommen. Sven Barufe, Sachgebietsleiter Berufsausbildung bei der Mainova AG, zeigt auf dem amtlich voran Forum 2026, wie der Frankfurter Energiedienstleister Werkbank, Lernplattform, Virtual Reality und Drohnen zu hybriden Lernwelten verbindet.

  • Mit Barufe
  • Von Mainova
  • Format amtlich voran Forum · amtlich voran Forum 2026 · Wissensforum
  • Datum 01.10.2026
E-Learning in der Ausbildung: Wie Mainova Werkbank und Digitales verbindetVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Digitalisiere zuerst die Verwaltung: Kursplanung, Ausbildungsnachweise und Feedbacktermine im Tool entlasten deine Ausbilder für die individuelle Förderung. ▶ 9:22
  2. Rechne mit laufenden Kosten für Lizenzen oder eine spätere Ablösung. Wähl nach der Marktschau das passende Angebot, nicht das günstigste oder teuerste. ▶ 18:45
  3. Plan das Nachsteuern ein: Nach dem Go-live loggen sich oft alle einmal ein, und das war es. Bis zur echten Nutzung sind es bei Mainova meist acht Stufen. ▶ 19:24
  4. Gib jedem Tool einen Ausbilder als internen Kümmerer, der den Kontakt zum Anbieter hält und bei Problemen hilft. ▶ 20:14
  5. Hol mögliche Bremser wie Einkauf, Fachbereiche und Betriebsrat früh per Roadshow durchs Nachwuchszentrum an Bord. ▶ 21:47

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Warum die Lücke zwischen Azubi und Ausbildungsziel wächst

Das Ziel der Berufsausbildung bleibt gleich, die Lernbiografien der Azubis verändern sich. So beschreibt Sven Barufe die Ausgangslage bei der Mainova AG, dem Energiedienstleister aus Frankfurt am Main. Barufe betont, dass das Beobachtungen aus der Praxis sind, keine Wissenschaft. Digitale Medien gehören selbstverständlich zum Lernen, Wissen ist jederzeit abrufbar. Viele Bewerbende für gewerblich-technische Berufe sagen sogar, sie wählen diese Ausbildung, weil KI sie dort nicht ersetzen kann.

Gleichzeitig bringen Azubis mehr Baustellen mit: Probleme beim Lösen von Aufgaben und bei der Selbstorganisation, wenig Durchhaltevermögen und Disziplin. Dazu kommen Lücken beim Rechnen und Lesen, die Berufsschulen nicht mehr nachholen können. Am Ende stehen trotzdem Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung. Die Praxis bekommt Mainova gut hin, die Theorie ist oft das Thema.

Die Bilanz stimmt trotzdem. Mainova bildet seit 2019 in eigener Hand aus und erreicht Haltequoten von über 70 Prozent. Vom ersten Jahrgang sind noch über 75 Prozent da. Ab 2028 bis 2030 will das Unternehmen jedes Jahr 100 neue Nachwuchskräfte einstellen.

Hybride Lernwelten: Erst die Ausbilder entlasten

Barufe nennt es hybride Lernwelten: Was an der Werkbank schon immer funktioniert hat, bleibt und wird um digitale Angebote ergänzt. Der Grund ist das wachsende Gap. Ausbilder, die den Job vielleicht schon 20 Jahre machen, sind mit dieser Lücke oft überfordert. Sie brauchen Entlastung, damit Zeit für die Azubis bleibt.

Deshalb hat Mainova zuerst die Verwaltung digitalisiert. Ein Ausbildungsmanagement-Tool plant Kurse und den Durchlauf durch die Fachabteilungen automatisch. Jeder Azubi prüft den eigenen Lernfortschritt selbst. Fehlen Ausbildungsnachweise oder wird einer vorgelegt, kommt eine Mail. Feedbackgespräche werden automatisch angestoßen, Schulnoten und Prüfungsleistungen sind auf einen Blick sichtbar. Der vollgepackte Outlook-Kalender und der Stapel Berichtshefte sind damit erledigt.

„Lieber mutig testen, als auf die perfekte Lösung zu warten, weil die perfekte Lösung wird es sowieso nicht geben.“

Sven Barufe · im Video ab 22:41

E-Learning in der Ausbildung: Lernplattform, VR und Drohnen

Die Arbeit an der Werkbank und in den Fachbereichen ergänzt eine Lernplattform. Sie enthält für jeden Ausbildungsberuf Inhalte nach Lernfeldern, von Grundlagen und Mathe bis zur Prüfungsvorbereitung. Die Ausbilder weisen Inhalte gezielt den Kursen zu. Barufe sagt offen: Wer es bräuchte, macht es oft nicht freiwillig. Dann hilft eine klare Ansage, und manche bleiben danach von selbst dran. Eigene Inhalte gehen auch: Mainova hat das Handbuch für Nachwuchskräfte aus dem Onboarding abgebildet und fragt die Regeln ab.

Dazu kommt Technik zum Anfassen. Beim virtuellen Schweißen sehen Azubis, wie Naht und Wurzel wachsen. Laut Barufe fehlt nur der Geruch. In einer virtuellen Elektrotechnik-Welt üben Azubis die fünf Sicherheitsregeln und Messungen, bevor es an echte Klemmen geht. Azubis mit Drohnenführerschein fliegen Inspektionsflüge mit Wärmebildkamera für die Fachbereiche. Smart Grid, ein Photovoltaik-Labor, Windkraft, Wärmepumpen, Wallboxen sowie 3D-Scan und 3D-Druck gehören ebenfalls zur Ausbildung.

Bei 3.400 Beschäftigten, davon 2.500 in technischen Berufen, nennt Barufe Mainova eine Techie-Bude. Viele Azubis finden die Technik cool und arbeiten gern damit. Für die Zukunft wünscht sich Barufe eine KI für Nachwuchskräfte, gefüllt mit den eigenen, geprüften Inhalten, bei der Azubis nachfragen können.

Neue Tools einführen: acht Stufen bis zur echten Nutzung

Bis ein Tool bei Mainova wirklich genutzt wird, sind es meistens acht Stufen. Es beginnt mit einem Impuls, oft von einer Veranstaltung. Danach diskutiert Barufe die Idee mit den Ausbildern und manchmal mit Azubis, dann folgt die Marktschau. Ein Tool ist kein einmaliges Invest: Lizenzen oder eine spätere Ablösung kosten dauerhaft Geld. Den Zuschlag bekommt das passende Angebot, nicht das günstigste und nicht das teuerste.

Nach der Einführung durch IT und Anbieter folgt der Moment, den viele kennen: Alle loggen sich einmal ein, und das war es. Jetzt heißt es nachsteuern und dranbleiben, auch im Austausch mit dem Anbieter. Gut läuft es, wenn für jedes Produkt ein Ausbilder den Hut aufhat, den Kontakt zum Anbieter hält und intern bei Problemen hilft.

Barufes vier Erkenntnisse: Technologie allein löst keine Probleme. Menschen brauchen Orientierung und manchmal etwas Druck. Erfolge motivieren. Und vor allem brauchen Ausbilder Zeit für die Menschen.

Was du für deine Ausbildung mitnehmen kannst

Ein Erfolgsfaktor ist Rückhalt von oben: Der Personalchef lässt dem Team inzwischen freie Hand. Genauso wichtig ist es, mögliche Bremser früh einzufangen. Barufe holt Einkauf, Fachbereiche, Betriebsrat und Jugend- und Auszubildendenvertretung zur Roadshow ins Nachwuchszentrum. Dabei entstehen oft neue Ideen. Zum Tag der offenen Tür kommen Berufsschulen, IHK und das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft. Das bringt manchmal gute Bewerbende auf kurzem Weg.

Der zweite Faktor ist Mut. Ein perfektes Tool gibt es nicht, Kompromisse gehören dazu. Wer nicht testet, erfährt nie, ob es passt. Begeisterte Azubis am Tag der offenen Tür sind außerdem das beste Ausbildungsmarketing. Dein erster Schritt: Schau, welche Verwaltungsaufgaben deine Ausbilder am meisten Zeit kosten, und digitalisiere genau diese zuerst.

Häufige Fragen

Wie setze ich E-Learning in der Ausbildung sinnvoll ein?

Ergänze die Arbeit an der Werkbank mit digitalen Angeboten, statt sie zu ersetzen. Bei Mainova weisen die Ausbilder Inhalte der Lernplattform gezielt den Kursen zu.

Wie kann ich Ausbilder entlasten?

Digitalisiere Kursplanung, Ausbildungsnachweise und Feedbacktermine in einem Ausbildungsmanagement-Tool. So bleibt mehr Zeit für Azubis, die individuelle Förderung brauchen.

Worauf achte ich bei der Auswahl eines Lerntools?

Mach eine Marktschau und plane dauerhafte Kosten für Lizenzen oder eine spätere Ablösung ein. Barufe rät, das passende Angebot zu wählen, nicht das günstigste oder teuerste.

Speaker

Barufe

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