Das nimmst du mit
- Starte nicht mit dem Werdegang. Die Standardfrage erzeugt oft eine formelle Atmosphäre und oberflächliche Antworten. ▶ 2:01
- Frag nach dem, was in keinem Lebenslauf steht, etwa: Was hast du kürzlich Neues gelernt oder ausprobiert? ▶ 3:52
- Richte den Fokus am Ende auf Wünsche und Zukunftsperspektiven. So erfährst du, was jemand braucht, um sich einzubringen. ▶ 4:37
Sieh dir den 7-Minuten-Slam von Natalia Streck an und lies im Transkript nach, wie du jede Gesprächsphase mit Fragen öffnest. Kostenlos für Mitglieder.
Kostenlos beitretenWarum die Frage nach dem Werdegang selten hilft
Das Muster kennen viele: Das Gespräch beginnt, Namen und Rollen sind geklärt, dann kommt die eine Frage. Erzähl doch mal kurz von deinem Werdegang. Laut Natalia Streck entsteht dann oft eine distanzierte, formelle Atmosphäre. Kandidatinnen und Kandidaten öffnen sich nicht richtig, die Antworten bleiben oberflächlich. Im schlimmsten Fall hat jede Seite den Eindruck, beide arbeiten nur einen Leitfaden ab.
Was dabei fehlt, ist ein aufrichtiges Kennenlernen. Die Selbstpräsentation ist meist gut vorbereitet und wirkt professionell. Interessant ist aber, was darunter liegt: Was motiviert dein Gegenüber, was treibt die Person an, wie denkt und fühlt sie in der Zusammenarbeit? Genau dort entscheidet sich, ob jemand zur Rolle, zum Team und zur Organisation passt.
Eisbrecherfragen im Bewerbungsgespräch: so baust du Brücken
Streck setzt auf Fragen, die Brücken bauen, statt nur Fakten abzugleichen. Die Fragen sollen nicht nur am Anfang das Eis brechen, sondern im ganzen Gespräch immer wieder Raum öffnen und Nähe schaffen. Zum Einstieg signalisieren sie: Wir starten auf der zwischenmenschlichen Ebene und haben Zeit, anzukommen und Vertrauen aufzubauen.
Danach öffnet sich das Gespräch. Eine Frage wie „Was hast du kürzlich Neues gelernt oder ausprobiert?“ zeigt deinem Gegenüber, dass dich nicht nur interessiert, was die Person kann, sondern was sie bewegt. In der Tiefe geht es um Projekte, Erfolge und Stolpersteine. Hier zeigt sich, was jemanden innerlich wachsen lässt. Das steht auf keinem Lebenslauf, und es gibt kein Richtig oder Falsch.
Zum Ende lohnt sich der Blick nach vorn: auf Wünsche, Zukunftsperspektiven und Reflexion. So erfährst du, was jemandem wichtig ist, um sich im Unternehmen einzubringen.
„Die Verbindung beginnt ja nicht am ersten Arbeitstag, sondern die beginnt mit der ersten Begegnung.“
Was sich durch solche Gespräche verändert
Aus Strecks Erfahrung machen solche Gespräche einen Unterschied, für Kandidatinnen und Kandidaten, fürs Recruiting und fürs Unternehmen. Die Candidate Experience wird besser, Menschen fühlen sich nicht wie eine Nummer, sondern gesehen. Die Gespräche bekommen mehr Tiefe, die Matches werden besser, und das wirkt auf die Kultur. Denn die Verbindung beginnt nicht am ersten Arbeitstag, sondern bei der ersten Begegnung.
Der erste Schritt ist einfach und braucht kein Tool: Nimm eine oder zwei Fragen in dein nächstes Gespräch mit und beobachte, wie es sich verändert. Streck schlägt noch eine Abschlussfrage vor: Was hättest du dir im letzten Gespräch für eine Frage gewünscht?
Häufige Fragen
Wie breche ich das Eis im Bewerbungsgespräch?
Starte nicht mit dem Werdegang, sondern auf der zwischenmenschlichen Ebene. Fragen, die Brücken bauen, geben beiden Seiten Zeit, anzukommen und Vertrauen aufzubauen.
Welche Frage zeigt mehr als der Lebenslauf?
Streck nennt zum Beispiel: Was hast du kürzlich Neues gelernt oder ausprobiert? Die Antwort zeigt, was dein Gegenüber bewegt und motiviert.
Speaker
Natalia Streck
BRANDAD Development GmbH




