Das nimmst du mit
- In schwierigen Zeiten zählen Kernprozesse: Gefragt sind Workforce Management mit Zeiterfassung, Payroll, Analytics und Planning sowie Mitarbeiterbefragungen. ▶ 6:10
- Denk über Textgeneratoren hinaus: Autonome Agents laufen mit einem Ziel los und suchen mit Reasoning selbst ihren Weg. ▶ 7:58
- Bereite dein Recruiting auf KI vor: Alle antwortenden HR-Software-Anbieter erwarten dort starke oder sehr starke Veränderungen. ▶ 10:41
- Nimm Frontline Worker in den Blick: Sie haben oft weder Intranet noch E-Mail-Account und brauchen eigene Kanäle. ▶ 16:02
- Starte beim Use Case: Führ keine Lösung ein, nur weil eine neue fällig ist, sondern dort, wo sie dich als Organisation produktiver macht. ▶ 22:13
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Kostenlos beitretenHR-Tech-Markt 2025: Katerstimmung nach Jahren des Wachstums
HR bleibt ein Zukunftsthema, sagt Bender. Humankapital ist der größte Kostenblock in Unternehmen, viele Bereiche sind noch wenig digitalisiert, die Demografie verknappt Arbeitskräfte und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind komplex. Entsprechend gut lief der Markt: Die 25 größten HR-Tech-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind in den letzten Jahren im Schnitt um über 10 Prozent gewachsen. Die Daten fragt Bender jedes Jahr direkt bei den Anbietern ab.
Heute fühlt es sich laut Bender eher wie der Morgen nach der Party an. Krisen, unsichere politische Rahmenbedingungen, rechtliche Anforderungen und KI sorgen für Unsicherheit und dämpfen die Nachfrage. In der halbjährlichen Konjunkturbefragung mit 38 HR-Software-Anbietern lag die aktuelle Geschäftslage auf dem niedrigsten Stand, der je gemessen wurde. Die Zukunftserwartung stieg dagegen von 33,3 auf 42,1, ein Hoffnungsschimmer.
Welche HR-Lösungen Unternehmen jetzt nachfragen
In wirtschaftlich schwierigen Phasen sind vor allem Kernprozesse gefragt, Nice-to-haves weniger. Die Anbieter nennen Workforce Management mit Zeiterfassung, Lohnbuchhaltung und Payroll, Analytics und Planning sowie Mitarbeiterbefragungen, mit denen du das Ohr an den Mitarbeitenden hast. Planning heißt hier: Wie viele Mitarbeitende brauchst du künftig, und wie produktiv arbeitet ihr schon?
Ganz so einfach ist es laut Bender nicht, denn gleichzeitig verändert KI den Markt grundlegend. Viele Rollen ändern sich. Active Sourcing läuft nicht mehr so händisch wie früher. Beim Schreiben von Stellenanzeigen und beim systematischen Kontakt zu Talenten unterstützt KI stark. Daraus folgt die Frage, welche Rollen und Skills deine Organisation künftig braucht.
„Jetzt mittlerweile muss man einfach eine Ebene tiefer gehen, um auch sinnvolle Antworten zu geben.“
HR Tech Trends 2025: Von generativer KI zu Agents
Es geht nicht mehr nur um KI, die Texte wie Stellenanzeigen formuliert. Autonome Agents laufen mit einem Ziel los, nutzen Reasoning und suchen selbst ihren Weg. Dazu kommen Multimodalität und Omnichannel: Mit Kandidaten und Mitarbeitenden kommunizierst du über jeden Kanal, inklusive Voice. Gleichzeitig wächst der kritische Blick darauf, ob KI transparent, ethisch korrekt und rechtlich compliant arbeitet.
Wie schnell sich das Verständnis ändert, zeigt Bender am Gartner Hype Cycle aus dem Vorjahr. Dort stand KI nur auf der Metaebene, ohne konkrete Use Cases. Ein Jahr später arbeiten viele Anbieter an Prototypen oder haben erste Lösungen draußen.
In der Konjunkturbefragung sagten 100 Prozent der antwortenden Anbieter, dass sich Recruiting durch KI stark oder sehr stark verändert. In Learning waren es knapp 90 Prozent, in Analytics und Planning inklusive Strategic Workforce Planning ebenfalls 90 Prozent. Für HR heißt das: Technologien finden und gleichzeitig die Mitarbeitenden mit Enablement mitnehmen.
Wohin Investoren im HR-Tech-Markt Geld geben
Wo investiert wird, geht die Reise hin, so Benders Logik. Als Angel hat Bender in den letzten zweieinhalb Jahren viele Pitchdecks gesehen. Die stärksten Felder: KI und Agentic AI im Recruiting, etwa für Active Sourcing, Interview Scheduling und Assessments. Dazu Data Analytics und Integrationen, um vorhandene Daten besser zu nutzen. Und External Workforce Management, weil Unternehmen mehr mit externen Kräften arbeiten und Personal schneller auf- und abbauen.
Ein übergreifender Trend sind Frontline Worker, etwa in der Pflege, an der Bäckereikasse, im Restaurant, im Hotel oder am Steuer eines LKW. Dort verändert Automatisierung durch KI wenig, der Personalbedarf bleibt hoch. Viele haben weder Intranet noch E-Mail-Account, deshalb braucht es eigene Kanäle für Recruiting, Onboarding und Learning. Bender nennt 80 Prozent der Workforce in diesem Bereich.
Weitere Felder sind Employee Productivity, Reskilling, Upskilling, Fast Onboarding sowie Employee Health and Benefits. Ein Beispiel: Das Start-up Bounty arbeitet Mitarbeitende in Restaurantketten ein. Statt ein Handbuch durchzulesen, stellen sie der KI Fragen dazu.
Konsolidierung und dein erster Schritt
Gleichzeitig konsolidiert sich der Markt. In Talent Acquisition wachsen Lösungen zusammen, um die Candidate Experience zu verbessern. Die Geschäftsmodelle der großen Jobbörsen richten sich laut Bender stärker am Erfolg aus, getrieben durch KI, die Kandidaten automatisiert anspricht und vorqualifizierte Profile liefert. HR-Suiten wollen alles aus einer Hand bieten, und HR-Core, Payroll und Workforce Management wachsen zusammen.
Für 2025 gibt es keine einfache Antwort. Bender rät, eine Ebene tiefer zu gehen. Schau auf Use Cases, die schnell Wert schaffen und dich produktiver machen. Nimm deine Zielgruppen genau in den Blick, denn bei hohem Personalbedarf brauchst du eine andere Kommunikation. Und wähl KI-Lösungen, die klar umrissene Probleme lösen, statt generische Antworten zu geben.
Häufige Fragen
Welche HR-Software ist in der aktuellen Konjunktur gefragt?
Vor allem Lösungen für Kernprozesse: Workforce Management mit Zeiterfassung, Payroll, Analytics und Planning sowie Mitarbeiterbefragungen.
Wie verändert KI das Recruiting?
Alle antwortenden HR-Software-Anbieter erwarten starke oder sehr starke Veränderungen. KI unterstützt Active Sourcing, Stellenanzeigen und Kontaktpflege, autonome Agents können Teile der Arbeit übernehmen.
Worauf sollte ich bei der Auswahl von HR-Tech achten?
Starte beim Use Case und frag, wo eine Lösung dich als Organisation produktiver macht. Bei KI lohnen sich Lösungen für klar umrissene Probleme mehr als generische Werkzeuge.




