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HR Trends 2025: Warum HR jetzt Tech-Kompetenz und Haltung braucht

Welche HR Trends 2025 musst du kennen, wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt? In der Eröffnungs-Keynote des EMBRACE Festival 2025 ordnet Gero Hesse (EMBRACE) die Lage ein: Agentic AI, Low- und No-Code, Daten aus verstreuten Systemen und die Frage nach Haltung. Du erfährst, woran sich HR künftig messen lassen muss und wie du deinen Wertbeitrag in acht Worten fasst.

  • Mit Gero Hesse
  • Von EMBRACE
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025
  • Datum 25.–26.06.2025
HR Trends 2025: Warum HR jetzt Tech-Kompetenz und Haltung brauchtVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Setz dich mit Agentic AI auseinander: KI-Agenten übernehmen einzelne Prozessschritte selbstständig. Auf der HR Tech in Las Vegas war das fast das einzige Thema. ▶ 11:30
  2. Prüf Low- und No-Code für individuelle HR-Lösungen, wenn große Standardsoftware in die Cloud wandert und Eigenentwicklungen wegfallen. ▶ 12:56
  3. Führ deine HR-Daten zusammen: Bewerbermanagement, Stammdaten, Zeitwirtschaft und Lohnabrechnung liegen meist in getrennten Systemen. ▶ 19:18
  4. Definier HR über zwei Dinge: Technologie im Griff haben und Haltung, Wertschätzung und Kultur. ▶ 21:58
  5. Fass deinen Wertbeitrag in höchstens acht Worten zusammen, am besten auf Englisch. Das zwingt dich zum Fokus. ▶ 25:31

Sieh dir die komplette Eröffnungs-Keynote in 27 Minuten an, mit allen Zahlen zur HR-Tech-Landschaft 2025, und durchsuche das Transkript. Kostenlos für Mitglieder.

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Unsicherheit prägt die HR-Welt

Das Motto A Brave New World hat EMBRACE im September 2024 gewählt, bewusst düster und angelehnt an Aldous Huxleys Roman. Was seitdem passiert ist, hätte sich Gero Hesse nicht ausmalen können. Hesse fasst die Lage in einem Wort zusammen: Unsicherheit, gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und technologisch. Das trifft alle im HR-Umfeld direkt. Die Sparbremse wird durchgedrückt. Vor wenigen Jahren waren Recruiterinnen und Recruiter die meistgesuchte Berufsgruppe, heute spielt das in vielen Organisationen keine große Rolle.

Der Fachkräftemangel ist trotzdem nicht weg. Der Tipping Point ist erreicht, die Demografie läuft weiter, gerade fehlt nur die Aufmerksamkeit. Zieht die Wirtschaft wieder an, sind Recruiterinnen und Recruiter sofort wieder gefragt. Dann setzen Unternehmen das Thema wieder unter ihre Top 3, statt auf Platz vier oder fünf.

HR Trends 2025: Agentic AI und Low Code

Technologie ist für Hesse ein Großteil der Lösung, gegen den Arbeitskräftemangel und für mehr Produktivität. Gleichzeitig verunsichert das Tempo. Welche Prozesse macht HR noch selbst, wenn KI alles Administrative übernimmt? Zwei Themen sind deshalb in Hesses Fokus gerückt. Das erste ist Agentic AI: KI-Agenten, die einzelne Prozessschritte selbstständig übernehmen. Auf der HR Tech Konferenz in Las Vegas drehte sich laut Hesse zu 90 Prozent alles darum. Im Saal kennen den Begriff nach Hesses Schätzung ungefähr 20 Prozent.

Das zweite ist Low- und No-Code. Große Anbieter wie SAP oder Oracle schieben ihre Lösungen in die Cloud. Was Organisationen individuell auf ihren On-Premise-Systemen entwickelt haben, verschwindet. Mit Low- und No-Code holst du dir diese Individualisierung zurück, und zwar schnell: Hesse nennt eine Spanne von 1:20 bis 1:50. Wo früher 50 Personentage nötig waren, reicht heute einer.

„Alles was in HR digitalisiert werden kann, das wird auch digitalisiert.“

Gero Hesse · im Video ab 20:56

Was KI-Agenten und Daten in HR schon leisten

Die HR-Tech-Landschaft, die Hesse jedes Jahr mit dem Team zusammenstellt, zählt 535 Unternehmen, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sind die Investments in HR-Startups eingebrochen, in Deutschland um 23 Prozent und in den USA um 25 Prozent. Für dich heißt das: Du kannst dir nicht 535 Sales Pitches anhören, sondern musst entscheiden, wie du deine Auswahl strukturierst.

Die Trends aus dem Vorjahr sind inzwischen Praxis. Krankmeldung und Urlaubsantrag lassen sich automatisieren. Im Recruiting übernehmen Agenten bei einfacheren Jobprofilen Screening, Prescreening und Matching. In der Retention lassen sich Engagement-Daten mit Entwicklungswünschen und Profildaten verknüpfen. Laut einer zitierten Erhebung nutzen 28 Prozent der Unternehmen bereits KI-Agenten, im Saal sind es nach Handzeichen etwa 10 Prozent.

Dazu kommt das Thema Daten. Dashboards ermöglichen Entscheidungen auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Das Hauptproblem: Die Daten liegen in Insellösungen, vom Bewerbermanagement über Stammdaten und Zeitwirtschaft bis zur Lohnabrechnung. Sie zusammenzuführen, hält Hesse für ein absolutes Trendthema.

Tech-Kompetenz und Haltung: woran sich HR messen lassen muss

Hesses Kernsatz: Alles, was in HR digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Eine HR-Funktion, die sich nur über funktionierende Prozesse und eine korrekte Gehaltsabrechnung definiert, gewinnt damit auf Dauer nichts. HR muss sich über zwei Dinge definieren: Technologie im Griff haben und Haltung, Wertschätzung und Kultur.

Das hat Folgen. Teams werden kleiner, die Anforderungen steigen, Upskilling wird Pflicht. Jede Investition in HR-Tech löst eine Mehrwertdiskussion aus, und der CFO fragt schnell, ob die Abteilung in dieser Größe noch nötig ist. Delegierst du HR-Tech an die IT, redest du inhaltlich nicht mehr mit. Sei dir deshalb klar, wer du bist, was du willst und was du machst.

Für Haltung steht gerade kein Thema so sehr wie Diversity, Equity und Inclusion. In den USA werden diese Programme aus der Regierung heraus zurückgefahren. Für eigene Werte einzustehen, auch wenn es anstrengend ist, sieht Hesse nicht nur als Risiko, sondern als große Chance.

Dein erster Schritt in der Brave New World

Zum Schluss gibt Hesse zwei Impulse von Pascal Finette weiter. Die Top 10 Prozent einer Organisation sollten 10 Prozent ihrer Zeit damit verbringen, fünf Jahre nach vorn zu denken. Und: Fass deinen Wertbeitrag in höchstens acht Worten, am besten auf Englisch. Für das Festival lautet der Satz: Inspire the EMBRACE Festival visitors to improve their work. Das geht für dich selbst, dein Team oder die ganze Organisation. Der Appell dahinter: Sei mutig, denk über deinen Wert nach und beschäftige dich mit HR-Tech.

Häufige Fragen

Was ist Agentic AI im HR?

KI-Agenten übernehmen einzelne Prozessschritte selbstständig, etwa Screening und Matching im Recruiting oder Krankmeldungen in der Employee Experience. Laut Gero Hesse war das auf der HR Tech in Las Vegas das beherrschende Thema.

Welche Kompetenzen braucht HR in Zukunft?

Laut Hesse zwei: Technologie verstehen und im Griff haben sowie Haltung, Wertschätzung und Kultur. Rein administrative HR-Arbeit wird digitalisiert.

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