Das nimmst du mit
- Nutz Bildgeneratoren für Moodboards und Drafts. So stimmst du Ideen schneller ab als mit Skizzen und Worten. ▶ 19:42
- Rechne mit Bias: Beim Prompt „CEO“ zeigt Midjourney fast nur Männer im Anzug, IT-Fachleute im Hoodie vor Kabeln. ▶ 22:58
- Wirb nicht mit Menschen, die es nicht gibt. Im Employer Branding brauchst du echte Mitarbeitende mit Namen und Geschichte. ▶ 28:47
- KI-Ergebnisse sind nicht automatisch urheberrechtlich geschützt. Rechte entstehen erst durch Weiterverarbeitung mit schöpferischer Höhe. ▶ 31:50
- Gib keine sensiblen Daten in offene KI-Tools. Datenschutz und Geschäftsgeheimnisse sprechen für abgeschlossene Modelle auf eigenen Ressourcen. ▶ 32:43
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Kostenlos beitretenKI im Employer Branding: Wo die Kreation heute steht
Dave verantwortet bei der EMBRACE.Agency Prozesse und Automatisierung, Boris leitet die Kreation mit Art- und Textdepartment. Zum Einstieg gibt es ein Rätsel: Welches von zwei Porträts ist KI-generiert? Die Auflösung: beide. Viele haben gelernt, den typischen KI-Look mit weichen Gesichtszügen zu erkennen. Neben einem echten Foto wäre die Aufgabe leichter gewesen.
Kreativität heißt für Boris, Lösungen zu finden, die es so noch nicht gab: Technologien, Neuheiten und Designs zusammenwerfen und daraus etwas Neues machen, ähnlich wie ein Coverlied, das trotzdem für sich steht. KI dagegen ist eine von Menschen geschaffene Intelligenz, die Muster erkennt, lernt und Entscheidungen trifft.
Seit Anfang 2023 arbeitet die Agentur intensiv mit KI. Für Bilder hat sich das Team auf Midjourney festgelegt, weil es dort die schönsten Ergebnisse fand. Beim Sounding kommen KI-Stimmen statt Sprecherstimmen zum Einsatz. Im Blick sind außerdem ChatGPT, Adobe Firefly und Microsoft Copilot.
Vom Prompt zum Key Visual
Für einen Pitch entstand ein Moodboard mit Menschen aus verschiedenen Gewerken bei der Bahn, komplett mit Midjourney. Der Weg: Im Prompt beschreibst du Kleidung, Ort und Stimmung, etwa düster, dunkel, episch. Midjourney schlägt vier Bilder vor. Du wählst aus, rechnest hoch oder lässt Varianten entwickeln, bis Stimmung und Blickwinkel passen. Retuschen, die in Photoshop zwei bis drei Tage dauerten, sind in 30 Sekunden erledigt.
Der größte Nutzen liegt in der Abstimmung. Statt mit Skizzen und Worten ein Bild in den Kopf zu malen, zeigst du schnell, wie eine Kampagne in Serie aussehen kann. Bei Shootings spart das Zeit, weil Licht und Positionen vorher klar sind.
Die Defizite: Finger und Handhaltungen stimmen oft nicht. Für große Billboards reicht die Auflösung nicht. Die Nutzungsrechte sind eine Grauzone. Und je öfter man mit dem Tool arbeitet, desto häufiger tauchen dieselben Stereotyp-Charaktere auf.
„Wenn du jetzt aber mit Bildern werben würdest die es gar nicht gibt dann ist das einfach eine Hülle …“
Bias: Wenn die KI in Schubladen denkt
Wie vorgeprägt ein Bildgenerator ist, zeigt Dave mit einfachen Prompts. „CEO“ liefert fast identische Männer im schicken Anzug mit Krawatte, keine Frau, kaum Vielfalt. „Female CEO“ ergibt Frauen mit schulterlangem, leicht gelocktem Haar im Model-Look. Selbst „divers CEO“ zeigt zwar mehr Hautfarben, aber nur eine Frau im Vordergrund.
Bei „IT-Spezialist“ landen alle im Kellerlook mit Hoodie, Brille, Kabeln und Raumschiff-Licht. Für Employer Branding ist das ein Problem, denn genau diese Klischees will gute Arbeitgeberkommunikation aufbrechen. Ein nutzbares Ergebnis braucht deutlich mehr als drei Prompts.
Authentizität und Recht: Wo KI im Employer Branding an Grenzen stößt
Das wichtigste Ziel fast jedes Employer-Branding-Projekts ist Authentizität. Echte Mitarbeitende haben ein Alter, einen Namen und eine Geschichte, oft entstehen dazu Videos und Interviews. Boris hat erst einmal für einen Kunden mit Models geschossen, und das fühlte sich komisch an. KI-Bilder dienen deshalb vor allem dazu, Ideen abzustecken und effizienter zu werden.
Rechtlich gilt, ausdrücklich ohne Rechtsberatung: KI-Ergebnisse haben zunächst kein Urheberrecht. Wer Daten eingibt, riskiert Datenschutzverstöße und die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen. Offen sind auch Haftung und der Umgang mit nachgeahmten Stimmen und Deepfakes.
Wie schnell ein Deepfake entsteht, zeigen die beiden live: eine KI-generierte Sprachnachricht von Gero. Dafür reichen ein Foto, 30 bis 60 Sekunden gute Tonaufnahme und zwei, drei KI-Tools, rund 5 Minuten Arbeit.
KI als Sparringspartner: dein Einstieg
Das Fazit: KI ist ein guter Co-Creator, Assistent und Sparringspartner für Ideen. Fertigen Content liefert sie im Employer Branding nicht, er muss bearbeitet oder neu produziert werden. Stärken sieht Dave in der Automatisierung zeitintensiver, wiederkehrender Aufgaben, etwa in Bewerbungsprozessen, bei CV-Analyse und Vorselektion.
Boris' Rat zum Schluss: Fang einfach an. Lass dir von ChatGPT eine Packliste für eine Bergwanderung schreiben, eine Biografie im bayerischen Dialekt oder zehn Headlines. So lotest du die Grenzen aus. Und rechne damit, dass sich das Feld schnell bewegt: In 8 Wochen, sagen die beiden, erzählen sie schon etwas ganz anderes.
Häufige Fragen
Darf ich KI-generierte Bilder im Employer Branding nutzen?
KI-Ergebnisse haben laut Webinar zunächst kein Urheberrecht, die Nutzungsrechte sind eine Grauzone. Die EMBRACE.Agency nutzt KI-Bilder vor allem für Moodboards und Drafts und produziert finale Motive mit echten Mitarbeitenden.
Warum zeigt KI bei Berufen so viele Klischees?
Bildgeneratoren wie Midjourney sind durch ihre Trainingsdaten vorgeprägt. Beim Prompt „CEO“ erscheinen fast nur Männer im Anzug, beim IT-Spezialisten Hoodie und Kabel.




