Das nimmst du mit
- Kombinier KI mit Service, Mensch oder Hardware: Reine Software ist schnell kopiert, die Kombination schafft einen Burggraben. ▶ 4:08
- Plan Reskilling und Upskilling jetzt. Job Displacement durch KI kommt laut Angele wie ein Tsunami. ▶ 4:56
- Mach HR zum Owner der Workforce-Daten, etwa mit People Analytics über alle HR-Systeme hinweg. ▶ 5:37
- Prüf früh, was Bewerbende wirklich können: Wenn auf beiden Seiten KI arbeitet, wird Trust zum Mega-Trend. ▶ 7:02
- Bau erst Prozesse und eine Datenbasis auf und leg dann KI darüber. Ohne gute Daten liefert KI keine guten Ergebnisse. ▶ 13:17
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Agentic AI als pauschale Antwort war verboten. Lindner sieht Startups im Vorteil, die einen Legacy-Bereich angehen und KI mit einer menschlichen, manuellen oder Hardware-Komponente verbinden. Ein reines Softwareangebot ist gefühlt nur ein ChatGPT-Update davon entfernt, ersetzt zu werden. Die Kombination schafft einen Burggraben.
Angele erwartet beim Thema Job Displacement einen Tsunami. Viele Projekte drehen sich darum, dass Menschen Aufgaben abgeben, die KI besser erledigt. Reskilling und Upskilling gehören deshalb oben auf die Agenda. Menden interessiert besonders, wo Sprachmodelle auf Workforce-Daten treffen: HR wird vom Prozess zum Owner und Treiber der Daten, etwa mit Skill-Ontologien oder People Analytics, die verschiedene HR-Systeme verbinden und zeigen, wie die Daten zusammenhängen.
Teetz bringt den Trend auf ein Wort: Trust. Wenn Bewerbende und Unternehmen beide KI-Agenten einsetzen, unterhält sich beim Vorfiltern KI mit KI. Dann braucht es einen Nullpunkt, was eine Person wirklich kann und was sie nur behauptet.
Was Investoren bei HR-Tech-Startups prüfen
Menden prüft weiterhin die drei Ts: Team, Trend und Technologie. Auf der Technologieseite ist vieles nicht mehr verteidigbar, wenn es nur ein Wrapper um ChatGPT ist, auf Daten beruht, die jeder haben kann, oder als App über Nacht nachgebaut werden kann. Es braucht proprietäre Daten und ein Gründungsteam mit starker Sales-DNA, das das Produkt auch verkaufen kann.
Beim Vertrieb starten die meisten Startups nicht mit Konzernen, weil Enterprise-Sales-Zyklen lang sind. Sie verkaufen zuerst an andere Startups oder an den Mittelstand, beweisen dort, dass es funktioniert, und gehen später in Richtung Enterprise.
„Die EU ist führend in Regulierung und nicht in Technologie oder neuen Geschäftsmodellen. Und das finde ich erstmal schlecht.“
KI im Recruiting: von 80 auf 100 Prozent
Angele leitet ama, eine Ausgründung von Perlentaucher, und erwartet, dass es den Agentur- und Active-Sourcing-Markt in 6 bis 18 Monaten so nicht mehr gibt. Datenbanken händisch zu durchsuchen, kann KI besser und schneller. Wer einen Lebenslauf in ChatGPT lädt und fragt, ob die Person passt, bekommt ein 80-Prozent-Ergebnis. Recruiting braucht eher 95 bis 100 Prozent. Diese Lücke schließen spezialisierte, feinjustierte Lösungen.
Interessant ist, womit ama überzeugt: nicht mit Qualität, die im Recruiting schwer zu messen ist, sondern mit Tempo. Die Unternehmen, mit denen ama arbeitet, zahlen, wenn die Time to Hire von 6 Wochen auf eine Woche sinkt. Transparenz ist dabei Pflicht: Seit Tag 1 legt ama offen, wie Matching- und Qualifikations-Scores zustande kommen.
Erst Daten und Prozesse, dann KI
Lindner zeigt mit Bloom einen Bereich, der das Cloud-Zeitalter übersprungen hat: Im Arbeitsschutz gab es lange nur Papier und Stift. KI liefert aber nur so gute Ergebnisse wie die Daten, die reingehen. Erst braucht es Software, digitale Prozesse und eine Datenbasis. Dann kommt KI als Copilot oben drauf, der etwa daran erinnert, dass eine Gefährdungsbeurteilung fällig ist.
Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit lassen sich regulatorisch nicht ersetzen. Die Prozesse drumherum werden mit KI aber deutlich effizienter. Lindner nennt das ein Hybridmodell aus Dienstleistung und Software.
EU AI Act und Kunden: Bremse oder Chance?
Für Menden ist der EU AI Act beides. Dokumentationspflichten verunsichern und treiben Gründungen in die USA. Gleichzeitig kann eine Art Siegel für KI-Compliance zur Chance werden, um Regulierungsqualität zu exportieren. Teetz sieht vor allem die Chance: Ohne Regulierung würde Europa von dem überrannt, was in den USA oder China möglich ist. Für Kunden im öffentlichen Bereich zählt, dass milch & zucker eigene Modelle komplett selbst betreibt.
Bei Kunden erlebt Teetz zwei Hürden: die Mitbestimmung mit der Angst um Arbeitsplätze und weniger Zutrauen in deutsche KI als in laut auftretende US-Anbieter. Die Wünsche der Runde an Unternehmen: Mut, ein gemeinsamer Plan mit Betriebs- und Personalräten, HR in den Driver Seat setzen und Daten als Potenzial sehen statt als Gefahr. Hansmann schließt mit dem Festivalmotto: Die Zukunft von HR braucht Mut.
Häufige Fragen
Wird KI das Active Sourcing ersetzen?
Christian Angele (ama) erwartet, dass es den Agentur- und Active-Sourcing-Markt in 6 bis 18 Monaten so nicht mehr gibt, weil KI Datenbanken schneller und besser durchsucht. Für passgenaue Ergebnisse braucht es aber spezialisierte Lösungen statt eines allgemeinen Chatbots.
Ist der EU AI Act eine Chance für HR-Tech aus Europa?
Im Panel überwiegt ein Ja mit Einschränkungen. Menden sieht Bremse und Chance zugleich, Teetz vor allem einen Schutz vor Anbietern aus den USA und China, etwa wenn eigene Modelle ohne amerikanische Technik laufen.
Worauf achten Investoren bei HR-Tech-Startups?
Stefan Menden prüft Team, Trend und Technologie. Entscheidend sind proprietäre Daten und ein Team mit starker Sales-DNA.
Speaker:innen
Viktoria Lindner
Bloom
Stefan Menden
Bloom, Menden Ventures, ama, milch & zucker, EMBRACE
Christian Angele
ama
Ingolf Teetz
Bloom, Menden Ventures, ama, milch & zucker, EMBRACE
Christian Hansmann
EMBRACE




