Das nimmst du mit
- Vermeide den Bruch: Gestalte die Stellenanzeige im Look des Events, damit der Wechsel vom Spiel zur Bewerbung organisch wirkt. ▶ 37:40
- Hol Menschen ins Team, die die Sprache der Szene sprechen, statt Kampagnen aus eigenen Annahmen zu bauen. ▶ 39:52
- Rechne mit den meisten Klicks in den ersten 24 Stunden. Längere Präsenz hält dich vor allem länger im Kopf der Zielgruppe. ▶ 45:14
- Kläre vorher dein Ziel: Für Markenbekanntheit passen reichweitenstarke Events, für eine bestimmte Zielgruppe gezielte Twitch-Anzeigen. ▶ 1:08:29
- Zieh die ganze Candidate Journey mit: Ein moderner Auftritt im Gaming passt nicht zu einem Standard-Bewerbungsprozess. ▶ 1:10:24
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Kostenlos beitretenWarum Recruiting neue Kanäle braucht
Koltermann startet mit dem Arbeitsmarkt. Eine Position bleibt laut aktuellen Oktober-Zahlen im Schnitt 154 Tage unbesetzt, im Juni waren es noch 118 Tage. Gleichzeitig sind 83 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten aktiv oder passiv offen für neue Jobangebote. Die Bindung an Arbeitgeber wird loser, Purpose und Flexibilität rücken nach vorn.
Die Konsequenz: Kandidatinnen und Kandidaten bestimmen den Takt. Arbeitgeber müssen früher klare Signale senden und Menschen dort erreichen, wo sie ihre Zeit verbringen. Genau hier setzt die Idee an, Gaming als Recruiting-Kanal zu nutzen.
Gaming, Streaming, E-Sport: ein Markt im Mainstream
Thelemann klärt die Begriffe. Gaming meint das Spielen von Videospielen gegen oder mit anderen in Echtzeit. Streaming ist die Live-Übertragung mit Chat für ein Online-Publikum. E-Sport ist professionelles Gaming im Wettbewerb. Jeder E-Sportler ist ein Gamer, aber nicht jeder Gamer ein E-Sportler.
Wie groß das ist, zeigen die Vergleichszahlen aus 2018: Den Super Bowl sahen 104 Millionen Menschen, das League-of-Legends-Finale 205 Millionen. Allein League of Legends kam 2021 auf 664 Millionen geschaute Stunden, die Top 5 Spiele auf über 2 Milliarden. Im Webinar unterschätzen fast alle Teilnehmenden diese Zahl deutlich.
Für Arbeitgeber zählt: Die Zielgruppe hat einen hohen Anteil an Akademikerinnen, Akademikern und Führungskräften, die Reichweite ist hoch und der Wettbewerb noch gering. Möglichkeiten gibt es viele, vom Twitch-Overlay über Logo-Einblendungen und Trikotsponsoring bis zu Eventpartnerschaften.
„Das ist auch generell ganz wichtig beim ingame Recruiting dass man keinen Bruch hat zwischen der Welt in der sich gerade jemand befindet …“
Gaming Recruiting in der Praxis: der Pilot beim Race to World First
StepStone hat es selbst ausprobiert. Beim Event Race to World First war die Marke vor Ort in Hamburg präsent, auf den Trikots der Gamer, mit Logo-Rotationen im Stream, einer Stream Extension und einem Splitscreen mit Aufruf zur Bewerbung. Entscheidend war die Platzierung im Chat: Über einen Linktree kamen Interessierte zu vier ausgewählten Stellen, darunter Product Manager und IT Consultant. Die Annahme dahinter: IT-nahe Zielgruppen lassen sich so besonders gut erreichen.
Die Stellenanzeigen waren im Look des Events gestaltet. Wer mitten im Spiel steckt, soll nicht in eine völlig andere Welt geholt werden. Auch die Sprache zählt: Koltermann erzählt offen, nach dem ersten Mal gegoogelt zu haben, was ein Raid ist.
Das Event lief sechs Wochen. Die meisten Klicks kamen trotzdem in den ersten 24 Stunden, weil die Zielgruppe sehr homogen ist. Auf eine Frage aus dem Publikum nennt StepStone die reinen Buchungskosten: 10.000 Euro.
Drei Wege in Streams und Events
Aus dem Pilot hat StepStone drei Angebote gemacht. Der umfangreichste Weg ist ein individuelles Konzept mit gezielter Platzierung, geringen Streuverlusten und transparentem Tracking. Dabei wählst du Events nach den Interessen der Zuschauenden aus, nicht nach Jobtiteln.
Der zweite Weg ist das Charity-Event Friendly Fire, das zum achten Mal stattfindet. Laut Thelemann kamen in den letzten sieben Jahren über 6 Millionen Euro Spenden zusammen. Den Livestream 2021 sahen 845.000 Menschen, im Schnitt 97.000, in der Spitze 117.000. Pro Slot werden zwei Stellenanzeigen in eine Stream Extension eingebunden.
Der dritte Weg sind Twitch Ads: Display-Anzeigen, die alle drei Minuten im Stream rotieren, und klickbare CPC-Kampagnen in den Infoboxen darunter. Laut den gezeigten Zahlen sind 80 % der Viewer offen für Werbebotschaften, 76 % sind zwischen 16 und 34 Jahre alt.
So startest du mit Gaming Recruiting
Leg zuerst dein Ziel fest. Willst du Bekanntheit für deine Arbeitgebermarke, setzt Koltermann auf reichweitenstarke Events und nimmt mehr Streuverluste in Kauf. Willst du eine bestimmte Zielgruppe erreichen, passen die gezielten Twitch-Anzeigen besser.
Gaming eignet sich auch für Unternehmen, die sich selbst nicht für besonders attraktiv halten. Moderne Wege können ein verstaubtes Image aufbrechen. Dann muss aber der ganze Prozess mitziehen, sonst wird der Auftritt zum Risiko. Koltermanns Appell zum Schluss: Trau dich, solange der Markt noch relativ günstig ist.
Häufige Fragen
Wie kann man Gaming fürs Recruiting nutzen?
Über Sponsoring und Platzierungen in Streams und E-Sport-Events, etwa Logo-Einblendungen, Stream Extensions oder Links im Chat zu Stellenanzeigen. Wichtig ist, dass die Anzeige zur Welt des Spiels passt.
Was kostet Recruiting über Twitch?
StepStone nennt für den eigenen Pilot beim Race to World First reine Buchungskosten von 10.000 Euro. Dazu kommt eigener Aufwand, etwa für Merchandising.
Lohnt sich Gaming Recruiting auch für weniger bekannte Arbeitgeber?
Laut Thelemann gerade dann, weil moderne Wege ein verstaubtes Image aufbrechen. Der Bewerbungsprozess muss aber genauso modern sein.




