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Gen Z am Arbeitsplatz: Stabilität, Wohlbefinden und Community zählen

Was erwartet die Gen Z am Arbeitsplatz wirklich, jenseits der Klischees? Till Jansen vom Top Employers Institute stellt in der Masterclass der Trendence Awards 2024 eine Studie mit 1700 jungen Menschen aus acht Ländern vor. Die Ergebnisse zeigen, warum Stabilität, Wohlbefinden und Community zählen und wo selbst zertifizierte Top Employer eine Lücke haben.

  • Mit Till Jansen
  • Von Top Employers Institute
  • Format Masterclass · Trendence Awards 2024 · Masterclass
  • Datum 07.11.2024
Gen Z am Arbeitsplatz: Stabilität, Wohlbefinden und Community zählenVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Kommuniziere Stabilität aktiv: In Deutschland hofft die Gen Z stärker als weltweit auf sichere Jobs und finanziell stabile Arbeitgeber. ▶ 5:54
  2. Mach Führungskräfte für das Wohlbefinden im Team verantwortlich. Bei nur 53 % der Top Employer ist das schon verankert. ▶ 10:53
  3. Schaff Community und Spaß bei der Arbeit. Fehlt beides, bleibt die Gen Z nicht wegen des Gehalts, sondern ist schneller weg. ▶ 13:14
  4. Bind früh über Familie und Freunde: Praktika für Angehörige und Employee Referrals schaffen ein soziales Netz im Unternehmen. ▶ 7:06
  5. Fang klein an: Kaufland in Rumänien startete die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne große Kalkulation. ▶ 16:08

Sieh dir alle 19 Minuten an, mit den Länderergebnissen der Studie und den Beispielen aus Bulgarien und Rumänien. Kostenlos für Mitglieder.

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Gen Z am Arbeitsplatz: die Studie des Top Employers Institute

Generationen erleben dieselben politischen Ereignisse und entwickeln dadurch oft ähnliche Denkmuster. Deshalb lohnt es sich für HR, sie zu verstehen. Die Gen Z umfasst die Jahrgänge 1997 bis 2012. 2025 stellt sie laut Jansen ein Viertel der arbeitenden Bevölkerung in westlichen Ländern und ist damit in Unternehmen größer als die Boomer.

Viele Studien betrachten nur ein Land. Das Top Employers Institute hat deshalb 1700 Menschen zwischen 18 und 27 Jahren in acht Ländern befragt: USA, Mexiko, Spanien, Deutschland, England, Südafrika, Indien und China, je ungefähr 200. Es ging um Leadership, Kultur, KI und Wellbeing. Die Antworten hat das Institut mit Daten aus den Audits von 2300 Unternehmen pro Jahr abgeglichen und nach Zusammenhängen gesucht.

Die Ergebnisse bündelt das Institut in fünf Findings: Steady Steps, Stronger Success; Your Wellness, Your Way; Connect and Thrive; Leading with Empathy; Ethical AI. Auch im eigenen Haus sieht Jansen Nachholbedarf: Von knapp 300 Mitarbeitenden gehören bisher 9 % zur Gen Z, im nächsten Jahr sollen es 15 % sein.

Stabilität und Work-Life-Balance: Was die Gen Z erwartet

Weltweit, ob in Deutschland oder China, nennt die Gen Z vier Erwartungen an Arbeitgeber: Entwicklungsmöglichkeiten, einen sicheren und gesünderen Arbeitsplatz, finanzielle Stabilität und flexible Arbeitsmodelle. In Deutschland ist der Wunsch nach stabilen Jobs und finanziell stabilen Arbeitgebern stärker als weltweit. Für solide aufgestellte deutsche Unternehmen ist das ein Vorteil, den sie zeigen sollten.

Dazu kommt ein Umdenken beim Geld. Häuser und Mieten sind teuer. Ein Teil der Generation gibt das Geld deshalb lieber aus. Ein anderer fragt, warum so hart arbeiten, wenn das eigene Haus ohnehin unerreichbar ist, und setzt auf Work-Life-Balance. Diese Ergebnisse sind in allen Ländern ähnlich, sogar in China.

„Das heißt, wenn wir in Deutschland über die Gen Z sprechen, erhoffen die sich immer noch stabile Arbeitsplätze.“

Till Jansen · im Video ab 5:54

Wohlbefinden: die Lücke bei Führungskräften

Die junge Generation sieht Arbeitgeber in der Verantwortung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten. In Deutschland liegt dieser Wert mit 56 Prozent niedriger als in anderen Ländern, aber immer noch hoch.

Aufschlussreich ist der Abgleich mit den Top Employern: Nur bei 53 Prozent dieser zertifizierten Unternehmen gibt es Praktiken, die Führungskräfte zum Beispiel für Krankenstand und mentale Gesundheit im Team verantwortlich machen. Jansen nennt das ein krasses Gap. Als gutes Beispiel für körperliches und mentales Wohlbefinden verweist Jansen auf einen Pitch von Decathlon am selben Tag.

Community und Purpose: So bindest du junge Talente

Seit den Corona-Jahren gilt die Gen Z manchmal als vereinsamt. Ob das stimmt, lässt Jansen offen. Klar ist: Weltweit erwartet die Gen Z, am Arbeitsplatz eine Community zu finden und neue soziale Kontakte zu knüpfen. Sie will Spaß an der Arbeit. Fehlt das, bleibt sie nicht wegen eines guten Gehalts, sondern geht schneller.

Ein bulgarischer Telekomanbieter zeigt, wie Bindung früh beginnt. In einem Land mit hohem Brain Drain lädt das Unternehmen Kinder und Angehörige von Mitarbeitenden ein bis zwei Wochen im Jahr zu einer Art Praktikum ein. So entsteht eine Community. Ähnlich wirken Empfehlungsprogramme: Arbeiten Freunde oder Verwandte mit, bindet das. Jansen rät HR, hier weniger konservativ zu denken.

Purpose entsteht auch durch Inklusion. Kaufland bindet in Rumänien Menschen mit Beeinträchtigungen in die Arbeit ein. Teams werden sozialer, die Ellenbogen-Mentalität nimmt ab. Statt Behörden und Aufwand zu fürchten, ist das Programm klein gestartet, mit einem Test, wie ein Rollstuhlfahrer durch den Supermarkt kommt.

KI kritisch sehen und dein erster Schritt

Bei Leadership gibt es kaum Unterschiede zwischen den Ländern, bei KI dagegen große. Dass KI die eigene Karriere positiv beeinflusst, glauben in Indien 80 %, in Deutschland 54 %. Die Digital Natives sehen also durchaus, dass KI nicht für alle Jobs Vorteile bringt.

Dein erster Schritt: Prüf, ob Führungskräfte in deinem Unternehmen wirklich für das Wohlbefinden im Team verantwortlich sind, und erzähl in deinem Recruiting offen, wie stabil dein Unternehmen aufgestellt ist.

Häufige Fragen

Was erwartet die Gen Z von Arbeitgebern?

Laut der Studie des Top Employers Institute vor allem Entwicklungsmöglichkeiten, einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz, finanzielle Stabilität und flexible Arbeitsmodelle. In Deutschland ist der Wunsch nach Stabilität stärker als weltweit.

Wie bindet man die Gen Z ans Unternehmen?

Mit Community am Arbeitsplatz, Spaß an der Arbeit und Purpose. Praktika für Familienangehörige und Empfehlungsprogramme schaffen früh ein soziales Netz.

Wie sieht die Gen Z KI im Job?

Kritischer als oft gedacht. In Deutschland erwarten 54 % einen positiven Effekt von KI auf die eigene Karriere, in Indien 80 %.

Speaker

Till Jansen

Top Employers Institute

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