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KI-Agenten im HR: Warum Europa beim Einsatz von KI vorne liegen kann

KI-Agenten im HR sind keine Zukunftsmusik mehr, doch Europa wirkt im Vergleich zu den USA langsam. Im SAATKORN Live Podcast bei den Trendence Awards 2025 spricht Gero Hesse mit Dr. Jürgen Erbeldinger von ESCRIBA darüber, wo Europa mithalten kann, was KI first im Alltag heißt und warum HR die Produktivitätsgewinne gestalten muss.

  • Mit Dr. Jürgen Erbeldinger, Gero Hesse
  • Von ESCRIBA, SAATKORN
  • Format Masterclass · Trendence Awards 2025 · SAATKORN Live Podcast
  • Datum 06.11.2025
KI-Agenten im HR: Warum Europa beim Einsatz von KI vorne liegen kannVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Kauf mutig ein: Beim Bau großer Modelle spielt Europa keine Rolle, bei der Anwendung schon. Dafür braucht es Käufer, die auch europäische Anbieter wählen. ▶ 4:59
  2. Gestalte den Produktivitätsgewinn: Ob das Plus nur dem Unternehmen zugutekommt oder auch neuen Arbeits- und Qualifikationsmodellen, ist laut Erbeldinger HR-Arbeit. ▶ 10:49
  3. Denk KI first: Bei EMBRACE muss künftig begründen, wer neu einstellen will, warum die Aufgabe nicht über KI erledigt werden kann. ▶ 17:11
  4. Upskill, Upskill, Upskill: Nicht die KI verdrängt Jobs, sondern Menschen, die KI nutzen. Bring deinen Leuten bei, damit zu arbeiten. ▶ 21:15
  5. Hol dir die Hoheit zurück: HR sollte selbst entscheiden, mit welchen Modellen und Ansätzen es arbeitet, statt alles der IT zu überlassen. ▶ 27:01

Hör dir das ganze 30-minütige Live-Gespräch an, mit den Beispielen zu KI-Agenten, KI first bei EMBRACE und No-Code bei ESCRIBA. Kostenlos für Mitglieder.

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Das Rennen um die Modelle ist gelaufen, das um die Anwendung nicht

Jürgen Erbeldinger hat im Jahr 98 gegründet und automatisiert mit ESCRIBA seitdem Abläufe in HR und anderen Zentralbereichen. Durch KI sei die Fähigkeit, Expertensysteme zu bauen, exponentiell gestiegen. Der Vergleich mit den USA ist trotzdem schmerzhaft: 2023 investierten die USA laut Erbeldinger 62,5 Milliarden Dollar in KI, Europa nur einen Bruchteil.

Den Wettlauf um die großen Sprachmodelle hält Erbeldinger für entschieden. Das sei aber nicht schlimm, denn bisher verdiene kaum ein großer Anbieter damit Geld, und trainierte Modelle lassen sich mit einfachen Methoden nachbauen. Die eigentliche Frage ist, was du damit machst. Hier sieht Erbeldinger in Deutschland und Europa viele Ansätze. Was fehlt, ist ein Käufermarkt: Unternehmen, die den Mut haben, nicht automatisch bei den großen internationalen Marken zu kaufen.

Gero Hesse erinnert daran, dass auch über Amazon und Google lange gelacht wurde. Erbeldinger sieht die Gefahr, dass aus den Oligopolen des Digitalwettbewerbs Weltmonopole im KI-Wettbewerb werden, und sieht dort die Politik gefordert.

KI-Agenten im HR: Produktivität, die du verteilen kannst

Deutschland ist laut Erbeldinger das Land mit der höchsten Quote an ChatGPT-Professional-Nutzern. In der Technologie steckt ein enormer Produktivitätssprung, bis hin zur Drei-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Wie dieses Potenzial verteilt wird, ist für Erbeldinger Aufgabe von HR. Hesse erinnert das an die New-Work-Debatte, Erbeldinger nennt es New Work 2. Europa könne damit auch Toptalente zurückholen, mit Freiheit von Forschung und Lehre und anderen Sozialkontrakten als Wettbewerbsvorteil.

Wie Agenten heute aussehen, zeigt ESCRIBA an der Entgeltabrechnung: Ungefähr 60 Prozent der Tätigkeiten lassen sich dort über KI automatisieren. Das soll für viele administrative Mangelprofile folgen. Ein KI-Businesspartner bekommt Unternehmens-, Rechts- und Marktwissen, ist auf die eigene Denkweise gepromptet und rund um die Uhr erreichbar. Für solche einfachen Agenten reicht laut Erbeldinger sogar Microsoft.

„Es wird auch nicht die KI sein, die die Jobs verdrängt, sondern Menschen, die KI verwenden, die die Jobs verdrängen …“

Jürgen Erbeldinger · im Video ab 20:22

KI first: So geht EMBRACE vor

Eine Handabfrage im Publikum zeigt: Kaum jemand hat schon einen Agentenprozess abgebildet. Gero Hesse berichtet, wie EMBRACE KI first umsetzt. Im Führungskräftemeeting stellte jede der fünf Töchter vor, was sie mit KI macht, von Videos über Recruitingprozesse bis zu großen Teilen des Marketings. Seitdem gilt: Wer neu einstellen will, muss ab dem nächsten Budgetprozess zeigen, dass die Aufgabe nicht über KI erledigt werden kann. Ein Austauschkreis hilft, voneinander zu lernen.

Auf die Frage aus dem Publikum, wie Mitarbeitende reagieren, antwortet Hesse ehrlich: Das Verhältnis ist ambivalent. Viele freuen sich, nervige Routineaufgaben loszuwerden. Gleichzeitig können Jobs wegfallen, gerade im Agenturbereich, der vor einem fundamentalen Wandel steht.

Upskilling und Guidelines sind Aufgabe von HR

Bei ESCRIBA arbeiten die Entwickler mindestens die Hälfte der Zeit mit KI, Berührungsängste gibt es dort nicht. Erbeldinger rechnet mit dem Price-Gesetz vor, wie sich Teams verändern: Heute erledigen in einem Team von 10 Leuten drei Personen 50 Prozent der Arbeit. Mit KI machen in einem 16er-Team zwei Personen 80 Prozent. Das bringt Fluktuation, deshalb lautet die Ansage: Upskill, Upskill, Upskill.

KI ist für Erbeldinger eine neue Kollegin, die eingenordet werden muss. Eine Richtlinie, wie man mit KI umgeht, reicht nicht. Du musst prüfen, wie die KI denkt. Statt Shadow AI zu ignorieren, sollten Unternehmen Grundwissen vermitteln, wie KI funktioniert. Und HR soll sich nicht von der IT bremsen lassen, sondern selbst entscheiden, mit welchen Modellen es arbeitet. Ein Bot, der Jugendliche durch Berufsbilder führt, ist laut Erbeldinger in vier Wochen gebaut.

No-Code und Low-Code: dein schneller Einstieg

ESCRIBA arbeitet mit No-Code- und Low-Code-Plattformen mit KI-Funktionen. Die Produktivitätssteigerung liegt laut Erbeldinger bei 1:50 bis 1:100: Wo früher 100 Manntage nötig waren, reichen heute einer oder zwei. Noch wichtiger ist das Komplexitätsmanagement. Ein Projekt mit 20 Manntagen lässt sich viel leichter steuern als eines mit 200. Der erste Schritt ist für beide klar: anfangen, ausprobieren und Bildung in der HR-Szene ernst nehmen.

Häufige Fragen

Welche HR-Aufgaben können KI-Agenten übernehmen?

In der Entgeltabrechnung lassen sich laut Erbeldinger ungefähr 60 Prozent der Tätigkeiten automatisieren. Auch ein KI-Businesspartner mit Unternehmens-, Rechts- und Marktwissen ist heute umsetzbar.

Was bedeutet KI first für die Personalplanung?

Bei EMBRACE heißt das: Wer neu einstellen will, muss zeigen, dass die Aufgabe nicht über KI erledigt werden kann. Eingestellt wird weiter, aber gezielter.

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