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Recruiting Trends 2023: persönlicher, individueller und mit KI

Welche Recruiting Trends 2023 lohnen sich wirklich für deinen Alltag? In einem EMBRACE Webinar sprechen Gero Hesse, Johanna Geisler (JOGE), Robindro Ullah (Trendence Institute) und Daniel Gustafsson (neuefische) über persönliche Bewerberkommunikation per WhatsApp, Quereinstieg, individuelle Benefits und ChatGPT. Du bekommst konkrete Beispiele aus dem Recruiting und Daten aus der Zielgruppe.

  • Format Webinar · Webinar
  • Datum 07.02.2023
Recruiting Trends 2023: persönlicher, individueller und mit KIVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Nutz WhatsApp im Bewerbungsprozess: Bewerbende stellen Fragen ohne E-Mail, und du antwortest schnell, weil du alles auf einen Blick hast. ▶ 19:20
  2. Sag per Sprachnachricht ab, wenn du niemanden erreichst: Die Person hört zu, wenn sie Zeit hat, und die Absage bleibt persönlich. ▶ 25:33
  3. Denk Quereinstieg mit: Gut 60 Prozent der berufstätigen Zielgruppe sind laut Trendence-Daten offen dafür, wenn die Möglichkeiten bestehen. ▶ 29:34
  4. Gib ChatGPT viel Kontext: Je mehr Input in der Aufgabenstellung steckt, desto besser werden Stellenanzeigen und Zielgruppen-Content. ▶ 32:31
  5. Sprich auch Ältere an. Wer am Arbeitsmarkt nur die Jungen anspricht, kann das Spiel nicht mehr gewinnen. ▶ 54:23

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Mehr Persönlichkeit im Recruiting

Johanna Geisler sieht als wichtigsten Trend mehr Persönlichkeit im Recruiting. Das klingt selbstverständlich, viele machen es aber noch nicht. Geisler geht stärker auf individuelle Bedürfnisse ein und denkt Remote-Arbeit neu: Das eigene Team sitzt hauptsächlich in Leipzig und Erfurt, damit sich die Leute auch vor Ort sehen. Das Feedback zeigt, dass sich Remote-Mitarbeitende sonst schnell außen vor fühlen. Ziel ist eine gemeinsame Unternehmenskultur, die schon im Recruiting spürbar wird.

Dazu gehört, die Zielgruppe wirklich zu suchen. Statt nur auf LinkedIn zu setzen, fragt Geisler: Wo ist die Zielgruppe privat unterwegs? Im Active Sourcing ist Feedback für Geisler das A und O. Kommt ein Nein, weil die Agenturwelt nicht passe, fragt Geisler nach dem Warum. Oft stecken Klischees dahinter, und manchmal entstehen daraus Kontakte zu anderen Interessierten.

WhatsApp im Recruiting: schnell, persönlich, per Sprachnachricht

Geislers Team führt die Kommunikation mit Bewerbenden über WhatsApp. Niemand muss eine E-Mail tippen, um eine offene Frage zu stellen, und das Team antwortet schnell, weil es alles auf einen Blick hat statt in 800 E-Mails. Sprachnachrichten werden laut Geisler oft unterschätzt. Beide Seiten zeigen darin mehr Persönlichkeit und merken schneller, ob es passt.

Auch Absagen laufen so. Ein Anruf erreicht viele nicht, weil sie gerade arbeiten. Eine Sprachnachricht hören sie, wenn sie Zeit haben, und sie bleibt persönlich. Neu entdeckt hat das Team WhatsApp-Stories: Bewerbende sehen dort Einblicke in den Teamalltag. So entsteht Bindung schon im Prozess. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen Mitarbeitende dabei, auf LinkedIn eigene Inhalte zu erstellen, denn wer sich bewirbt, schaut sich das Team genau an.

„Du kannst das Spiel nicht mehr gewinnen wenn du nur die jungen ansprichst du musst die älteren auch ansprechen …“

Robindro Ullah · im Video ab 54:23

Quereinstieg und Upskilling gegen den Fachkräftemangel

Daniel Gustafsson von neuefische setzt beim Fachkräftemangel an. Mit klassischer Ausbildung lässt sich die Lücke laut Gustafsson nie schließen, weil sie zu lange dauert. neuefische bildet Quereinsteigende in IT-Bootcamps aus, seit 2018 über 2000 Personen. Dieses Jahr startet der erste Teilzeitkurs für Mütter. Für Weiterbildung gibt es in Deutschland Fördermittel, die Unternehmen gut nutzen können.

Die Daten von Robindro Ullah stützen das: Gut 60 Prozent der berufstätigen Zielgruppe sind bereit, einen Quereinstieg zu wagen, wenn die Möglichkeiten bestehen. Gero Hesse ergänzt, dass Weiterbildung nicht nur ein Retention-Thema ist. Sie ist auch ein Argument im Recruiting.

Auch Ältere gehören in diese Rechnung. Gustafsson rät, Mitarbeitende mit 45 oder 55 umzuschulen, statt ihr Wissen über Unternehmen und Branche zu verlieren. Ullah ergänzt: Ältere sind längst auf Social Media unterwegs, immer mehr geben sogar TikTok als Kanal an.

Was die Daten zeigen: Interest Graph, Benefits, Retention

Trendence befragt die Zielgruppen jeden Monat. Ullah sieht drei Entwicklungen. Netzwerke verschieben sich vom Social Graph zum Interest Graph: Bei Facebook wählst du zuerst Freunde, bei TikTok oder YouTube bekommst du Themen in den Feed gespielt. Benefits werden individueller. Der Obstkorb im Büro ergibt im Homeoffice wenig Sinn, technisch lassen sich Pakete heute an die Situation einzelner Mitarbeitender anpassen.

Und Retention bleibt groß. Im letzten Jahr konnten viele gar nicht so schnell rekrutieren, wie ihnen Leute weggefischt wurden. Ullah empfiehlt eine 360-Grad-Brille: Retention strategisch als Teil des Recruitings begreifen.

Recruiting Trends 2023 und ChatGPT: Wer besser fragt, hebt sich ab

ChatGPT schreibt Stellenanzeigen und Content für bestimmte Zielgruppen erstaunlich gut, so Ullah. Je mehr Input in der Aufgabenstellung steckt, desto besser das Ergebnis, bis hin zur Tonalität für Studierende. Für den People-Bereich sieht Ullah Chatbots vom First-Level-Support bis zu einfachen Coaching-Übungen. Siemens setzt so etwas laut Ullah seit drei, vier Jahren intern ein.

Wenn alle dasselbe Werkzeug nutzen, wo bleibt die Differenzierung? Hesse setzt auf Individualisierung. In der Runde fällt ein zweiter Punkt: Entscheidend wird, wie gut du das Tool trainierst und welche Fragen du stellst. Zum Schluss fasst Hesse die Thesen eines erkrankten Gasts zusammen: HR muss sich datenbasiert professionalisieren, Silodenken ablegen und Unternehmen auf dem Weg bis 2030 antreiben.

Dein erster Schritt: Nimm einen Prozess, etwa Rückfragen oder Absagen, und mach ihn persönlicher. WhatsApp und Sprachnachricht sind dafür ein schneller Start.

Häufige Fragen

Wie nutze ich WhatsApp im Recruiting?

Johanna Geisler nutzt WhatsApp für Rückfragen, Terminierung und Absagen, oft per Sprachnachricht. Über WhatsApp-Stories sehen Bewerbende zusätzlich Einblicke in den Teamalltag.

Kann ChatGPT Stellenanzeigen schreiben?

Laut Robindro Ullah sogar erstaunlich gut. Je mehr Input du in die Aufgabenstellung gibst, desto besser wird das Ergebnis.

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