Das nimmst du mit
- Sprich über Rolle und Bewerbung, nicht über Standorte und Mitarbeiterzahlen. Studierende fragen in Livestreams vor allem nach Skills und dem Bewerbungsprozess. ▶ 13:30
- Lass junge Mitarbeitende sprechen: Die beliebtesten Livestreams haben einen Gen-Z-Speaker, der am schlechtesten bewertete hatte einen Abteilungsleiter. ▶ 14:40
- Beantworte Fragen offen. Erklär zum Beispiel, wie dein ATS Bewerbungen nach Schlagwörtern filtert, statt nur zu raten: Seid authentisch. ▶ 15:47
- Biete echten Nutzen mit Learning Sessions, etwa einem Excel-Workshop für angehende Beraterinnen und Berater. ▶ 16:16
- Bewirb Events verhaltensbasiert: Wer schon einen Consulting-Livestream gesehen hat, bekommt den nächsten vorgeschlagen. Breite Verteiler bringen nur 0,63 % Anmeldungen. ▶ 18:51
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Kostenlos beitretenStudierende erreichen: Was die Gen Z gerade beschäftigt
CareerFairy ist ein Startup der ETH Zürich und arbeitet mit über 300 Unternehmen zusammen. Die Plattform funktioniert wie Twitch für Karriere: Unternehmen haben ein Profil, zeigen Kurzvideos und laden zu interaktiven Livestreams ein, über die sich Studierende direkt bewerben können. Über 170.000 Studierende und Ehemalige sind registriert, vor allem aus MINT und BWL.
Vor dem Festival hat CareerFairy Studierende im DACH-Raum befragt. 41% sind unsicher, was ihre Jobsicherheit angeht. Wer vor ein paar Jahren IT studiert hat, galt als gefragt, heute gibt es durch KI mehr Konkurrenz. Viele fühlen sich nicht qualifiziert genug, gerade bei Arbeitgebern mit starker Marke. Bei einer Frage nach Art eines Net Promoter Score kam -58 heraus: Studierende wissen zu wenig über die Arbeitgeber, für die sie arbeiten möchten.
Was hilft ihnen? Gespräche mit echten Mitarbeitenden, Hilfe bei der Jobsuche und vor allem: wissen, wie man sich in der Bewerbung abhebt.
Kurzvideo oder Livestream: Was Studierende wann wollen
Kurzvideos nutzen Studierende für einen schnellen Überblick über viele Firmen. Ein Langformat wie ein Livestream schauen sie nur bei echtem Interesse. Das häufigste Feedback an Unternehmen: Ihr redet am Anfang viel zu lange über euch, über Standorte und Mitarbeiterzahlen. Das steht schon auf der Website. Studierende wollen wissen, welche Skills sie brauchen, wie der Arbeitsalltag aussieht und wie sie herausstechen. Die ersten Minuten entscheiden, und sie sollten interaktiv sein.
CareerFairy hat über 400 Livestreams im Jahr. Studierende können dort Fragen stellen und die Fragen anderer hochwerten. Ausgewertet wurden über 1300 Fragen mit mindestens 25 Upvotes. Die populärsten Kategorien: Bewerbungsprozess, Firmenkultur, Arbeitsalltag, Jobchancen und die Rolle selbst. Am meisten gefragt sind die Rolle, also nötige Skills, und der Bewerbungsprozess. In einen Livestream verirrt sich niemand zufällig wie an einen Messestand.
„Oft verlieren Präsentatoren die Perspektive der Studierenden. Sie erzählen viele tolle Dinge, die für uns aber nicht wirklich relevant sind.“
Erfolgsfaktoren für Karriere-Livestreams
Ein Studierender brachte es so auf den Punkt: Präsentierende verlieren oft die Perspektive der Zielgruppe. Die populärsten Livestreams haben deshalb fast immer einen Gen-Z-Speaker. Flütsch vermutet, dass junge Mitarbeitende genau wissen, was Studierende im gleichen Fach beschäftigt. Der am schlechtesten bewertete Livestream hatte dagegen einen Abteilungsleiter und war langweilig.
Ebenso wichtig ist Transparenz. Wer Fragen ausweicht, frustriert. Flütsch beschreibt den Vergleich zweier Energiekonzerne zur Frage, wie KI Bewerbungen filtert. Der eine erklärte das ATS und riet, Schlagwörter aus der Jobbeschreibung in den Lebenslauf zu übernehmen. Der andere sagte nur, man solle authentisch sein.
Echten Nutzen bieten Learning Sessions. Ein Unternehmen hat für angehende Beraterinnen und Berater einen Excel-Workshop angeboten, gehalten von Trainees, mit 473 Anmeldungen und sehr guten Bewertungen. Bei der Wiederholung wünschten sich die Teilnehmenden noch tiefere Einblicke, etwa zu PowerPoint oder Datenanalyse mit Python.
Livestreams und Karriere-Events per Mail bewerben
Klassisches Targeting nach Studienfach und Abschluss bringt wenig: Nur 0,63 % aller Empfängerinnen und Empfänger meldeten sich an. Besser wirkt verhaltensbasiertes Targeting. Wer schon einen Consulting-Livestream gesehen hat, bekommt einen weiteren Consulting-Livestream vorgeschlagen. Der Bonustipp aus tausenden Mails: Montag läuft am besten, gegen Ende der Woche sinkt die Conversion Rate.
Für dich heißt das: Wenn du Events über Fachschaften oder Career Center bewirbst, find möglichst schnell heraus, welcher Content deine Zielgruppe interessiert, und filtere danach. Im Mail-Text knüpfst du direkt daran an, etwa mit dem Hinweis auf einen ähnlichen Livestream, den die Person schon gesehen hat.
Was du für dein Hochschulmarketing mitnehmen kannst
Schau dir deinen Karriere-Content an: Zeigt er echte Einblicke in die Rolle und den Bewerbungsprozess oder nur jemanden, der ins Büro läuft? Plan Gen-Z-Speaker ein, genug Zeit für Fragen und einen klaren Nutzen. Und wenn du auf Messen Kontakte sammelst, frag nicht nur nach Studienfach und Abschluss, sondern auch danach, was die Person interessiert. So kannst du später passenden Content liefern.
Häufige Fragen
Wie erreiche ich Studierende als Arbeitgeber?
Mit echten Einblicken statt Selbstdarstellung: Studierende wollen wissen, welche Skills eine Rolle braucht und wie der Bewerbungsprozess läuft. In Livestreams kommen Gen-Z-Speaker laut Bruno Flütsch am besten an.
Was fragen Studierende in Karriere-Livestreams?
Am häufigsten nach der Rolle, also den nötigen Skills, und nach dem Bewerbungsprozess. Das zeigt eine Auswertung von über 1300 Fragen mit mindestens 25 Upvotes.
Wann sollte ich Event-Mails an Studierende verschicken?
Bei CareerFairy funktionieren Mails am Montag am besten, gegen Ende der Woche sinkt die Conversion Rate. Noch wichtiger ist verhaltensbasiertes Targeting statt breiter Verteiler.
Speaker
Bruno Flütsch




