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Studierende gewinnen: Kultur, Gehalt und der frühe Kontakt zählen

Wie kannst du Studierende gewinnen, wenn neue Kanäle und optimierte Stellenanzeigen allein nicht mehr reichen? Rüdiger Wittenstein (Jobware) zeigt auf dem EMBRACE Festival 2025 Befragungsergebnisse aus der Campus-App UniNow: was Studierenden bei der Arbeitgeberwahl wichtig ist, wie flexibel sie sind und warum sich der Kontakt schon früh im Studium lohnt.

  • Mit Rüdiger Wittenstein
  • Von Jobware GmbH
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025
  • Jahr 2025
Studierende gewinnen: Kultur, Gehalt und der frühe Kontakt zählenVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Nimm früh Kontakt auf: 65 Prozent der befragten Studierenden wollen schon früh im Studium potenzielle Arbeitgeber kennenlernen. ▶ 6:58
  2. Denk an Studienabbrecher: Bei einer Abbruchquote von annähernd 30 bis 40 Prozent ist das eine Zielgruppe, die viele Unternehmen unterschätzen. ▶ 7:31
  3. Such überregional: 64 Prozent der Studierenden sind für einen Job räumlich flexibel. Schau, an welchen Hochschulen deine Wunschprofile studieren. ▶ 9:16
  4. Zeig Kultur statt Image: Für fast 67 Prozent zählen Unternehmenskultur und Arbeitsumfeld, das Markenimage nur für rund 3 Prozent. ▶ 11:57
  5. Biete Homeoffice weiter an, wo es geht: 73 Prozent wählen zwar das hohe Gehalt, für 27 Prozent ist Homeoffice aber entscheidend. ▶ 14:32

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Studierende gewinnen: Warum der erste Kontakt früh kommen sollte

Viele Unternehmen stecken Energie in neue Kanäle und überarbeitete Stellenanzeigen. Offen bleibt, ob sie damit ihre Zielgruppe erreichen und wissen, was ihr wichtig ist. Wittensteins Zahlen stammen aus Befragungen direkt in der UniNow-App. Die App ist an annähernd 400 Hochschulen nutzbar und an 106 davon die offizielle Campuslösung. Von den ca. 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland erreicht sie annähernd 700.000.

Die App begleitet Studierende durch den Alltag: digitaler Studierendenausweis, Deutschlandsemesterticket, Mensaplan mit Bezahlfunktion und Kursbuchungen. Daraus ergibt sich ein tiefer Einblick in die Zielgruppe. Wittensteins Grundsatz für die Ansprache: Authentizität und Agilität entscheiden, ob du früh bei Studierenden ankommst.

Für Wittenstein sind die Studierenden von heute die Fach- und Führungskräfte von morgen. Wer nach dem Abitur ins erste Semester kommt, ist oft noch unsicher. In dieser Phase kannst du als Arbeitgeber eine Beziehung aufbauen und als Partner an der Seite der Studierenden stehen. Die Befragung bestätigt das: 65 Prozent wollen schon früh im Studium potenzielle Arbeitgeber kennenlernen.

Studienabbrecher und Mobilität: zwei unterschätzte Chancen

Die Studienabbruchquote in Deutschland liegt laut Wittenstein bei annähernd 30 bis 40 Prozent. Wer bei Studierenden nur an Absolventen denkt, übersieht diese Gruppe. Wer früh präsent ist, erreicht auch die, die noch zweifeln, ob ihr Studium das Richtige ist.

Auch das Argument, Studierende blieben lieber in ihrer Region, hält der Befragung nicht stand: 64 Prozent bringen für einen Job räumliche Flexibilität mit. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Nähe zum Arbeitsort, sondern die Frage, an welchen Hochschulen die passenden Studierenden ausgebildet werden. Anders als in den USA ist berufliche Mobilität in Deutschland wenig ausgeprägt. Studierende bilden hier eine Ausnahme.

„An die potenziellen Studienabbrecher zu denken, das ist tatsächlich für mein Verständnis auch die Zielgruppe am Arbeitsmarkt, die von vielen Unternehmungen tatsächlich noch ein Stück weit unterschätzt wird …“

Rüdiger Wittenstein · im Video ab 7:31

Kultur schlägt Markenimage

Bei der Wahl eines Arbeitgebers entscheiden für fast 67 Prozent der befragten Studierenden die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld. Danach folgen Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildung. Markenimage und Reputation spielen mit rund 3 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Eine starke Produktmarke ist deshalb nicht automatisch eine starke Arbeitgebermarke. Wittenstein erzählt von einer bekannten Baumarktkette, die kaum Azubis fand: Die junge Zielgruppe gehört nicht zur Kundschaft, geht nicht in den Baumarkt und kennt die Möglichkeiten dort nicht. Für viele Arbeitgeber ist das eine Chance. Präsenz bei der Zielgruppe zählt mehr als Bekanntheit.

Hohes Gehalt oder Homeoffice?

Im Saal tippte die Mehrheit auf Homeoffice. Die Studierenden sehen es anders: 73 Prozent wählen das hohe Gehalt. Für 27 Prozent ist Homeoffice aber der entscheidende Faktor. Für Wittenstein war das das überraschendste Ergebnis der Befragung.

Wo Homeoffice möglich ist, solltest du es deshalb weiter anbieten, auch wenn gerade viel über Back-to-Office diskutiert wird. In der Pflege, im Handwerk oder im produzierenden Gewerbe geht das nicht, anderswo verschafft es dir einen Vorteil. Wittenstein beobachtet, dass Unternehmen alle Mitarbeitenden ins Büro zurückholen und sich danach über eine hohe Fluktuation wundern.

Wittensteins Fazit: Die Zeiten von One Size fits all sind vorbei. Studierende haben andere Erwartungen als die Generation Ü50. Du musst klären, wen du erreichen willst, wie und wo.

So erreichst du Studierende über die Campus-App

Im letzten Teil stellt Wittenstein die Möglichkeiten von UniNow vor. Unternehmen nutzen dort regionale und deutschlandweite Sichtbarkeit, bauen mit Content-Postings eine Followerschaft auf und schreiben Stellen entlang des Studiums aus, von Ausbildung über Praktika bis zur Werkstudierendentätigkeit, auch mit Video. Das Unternehmensprofil zeigt Produkte, Homeoffice-Möglichkeiten und Karrierewege.

Das Active-Sourcing-Modul filtert Profile nach Hochschule, Studiengang, angestrebtem Abschluss und Studienbeginn. Die Studierenden haben vorher zugestimmt, von Arbeitgebern angesprochen zu werden. Ein aussagekräftiges Profil und gute Stellenanzeigen erhöhen die Antwortquote, denn ein unbekanntes Unternehmen schaut man sich zuerst dort an. Sagt jemand zu, geht der Austausch außerhalb der App weiter, virtuell oder bei einem Kaffee vor Ort. Dein erster Schritt, egal über welchen Kanal: Prüf, ob deine Ansprache die Kultur, Entwicklung und Flexibilität zeigt, die Studierende suchen.

Häufige Fragen

Was ist Studierenden bei der Arbeitgeberwahl am wichtigsten?

In der UniNow-Befragung nennen fast 67 Prozent Unternehmenskultur und Arbeitsumfeld, gefolgt von Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildung. Das Markenimage spielt mit rund 3 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Ist Studierenden Gehalt oder Homeoffice wichtiger?

73 Prozent der befragten Studierenden wählen ein hohes Gehalt. Für 27 Prozent ist Homeoffice der entscheidende Faktor.

Ziehen Studierende für einen Job um?

Laut Befragung bringen 64 Prozent der Studierenden räumliche Flexibilität mit. Es lohnt sich also, auch an Hochschulen außerhalb der eigenen Region zu suchen.

Speaker

Rüdiger Wittenstein

Jobware GmbH

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