Das nimmst du mit
- Bewirb jede Stelle mit vielen Suchbegriffen: persomatch nutzt im Schnitt 500 bis 900 Kombinationen wie „Ausbildung 2025“ oder „Ausbildung Pflege“. ▶ 6:51
- Zieh den Radius eng. Azubis fahren keine 50 km, kombiniere Suchbegriffe deshalb mit Alters- und Regionaltargeting. ▶ 7:14
- Gib vorhandenen Karrierevideos Reichweite, statt YouTube nur zum Hosting zu nutzen. Ads im 30-km-Radius reichen dafür. ▶ 14:26
- Denk an Eltern und Großeltern: Display-Targeting, Lokalzeitung und Elternabende erreichen alle, die bei der Berufswahl mitreden. ▶ 10:00
- Plan die Vorauswahl mit. Bei 1.900 Bewerbungen auf 90 Plätze und 5 Minuten pro Absage braucht es künftig KI-Unterstützung. ▶ 16:10
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Kostenlos beitretenDie Ausgangslage: 30 von 90 Pflegeplätzen besetzt
Im Gesundheitswesen waren laut Krannich 220.000 Stellen unbesetzt, die meisten in der Pflege. Für 2035 stehen 1,8 Millionen offene Stellen im Raum. Dazu kommt: Viele Beschäftigte am Patienten können sich nicht vorstellen, bis zur Rente im Beruf zu bleiben.
Vor drei Jahren hatte das Universitätsklinikum Würzburg ein akutes Problem. Die Pflegeausbildung schreibt das staatliche Berufsschulzentrum aus, das auch die Kandidat:innen auswählt. Im April waren erst 30 von 90 Ausbildungsplätzen besetzt. Die Uniklinik zahlt die Gehälter, trägt die praktische Ausbildung und gewinnt aus den Absolvent:innen später die eigenen Pflegekräfte. Es gab also akuten Handlungsbedarf, bei begrenztem Budget.
Der erste Schritt war eine Zielgruppenanalyse. Es bewerben sich meist Frauen zwischen 15 und 21 Jahren aus einem Umkreis von 30 km. Genutzt werden vor allem Google, YouTube, TikTok und Instagram. Facebook spielt in dieser Zielgruppe keine Rolle mehr.
Google Ads Recruiting: So funktionieren Search Ads für Azubis
Thorsten Piening von persomatch liefert die Zahlen: 84,3 % der Schüler:innen informieren sich bei Google über Ausbildungsberufe, von denen es 327 gibt. Google hat in Deutschland 88 % Marktanteil, auf mobilen Geräten 96 %. Gesucht wird nicht nur mit dem Jobtitel, sondern mit Kombinationen wie „Ausbildung 2025“, „Würzburg“ oder „Ausbildung Pflege“. persomatch bewirbt eine Stelle im Schnitt mit 500 bis 900 Suchwortkombinationen.
Dazu kommt präzises Targeting nach Alter und Region. Azubis fahren keine 50 km, es fehlen Einkommen und Mobilität, viele wohnen noch bei den Eltern. Das Ergebnis der ersten Kampagne in kurzer Zeit: über 10.000 Impressions, über 1.000 Klicks, eine Klickrate von über 11 %. Alle Ausbildungsplätze wurden noch besetzt.
„Wie oft höre ich, na ja, wir nutzen das eigentlich nur fürs Hosting, wir müssen das ja irgendwo bereitstellen, wo ich denke, haut doch verdammt noch mal Ads drauf …“
Display, YouTube und Eltern: die Kampagne für alle Ausbildungsberufe
Im Jahr darauf lief von Januar bis Juni eine Kampagne für alle Ausbildungsberufe über Google Display, YouTube, Google Search und Social Media. Display-Werbung erscheint auf mehr als 36 Millionen Seiten. Du kannst gezielt Menschen ansprechen, die in den letzten sechs Monaten nach einem Ausbildungsplatz gesucht haben, und Eltern über Zielgruppenmerkmale erreichen. Eltern und Großeltern sind für die Uniklinik eine wichtige Zielgruppe, deshalb gibt es auch Anzeigen in der Lokalzeitung und Veranstaltungen für Eltern.
YouTube ist für Piening das größte soziale Netzwerk der Welt, mit 2,6 Milliarden monatlich aktiven Nutzer:innen gegenüber 1,6 Milliarden bei TikTok. 40,9 % der Schüler:innen informieren sich dort über Ausbildungsberufe, 70 % nutzen YouTube täglich. Trotzdem nutzen viele Arbeitgeber YouTube nur zum Hosting. Die Uniklinik hat vorhandene Videos im Radius von 30 km beworben. Deutlich über 50 % der Zuschauenden sahen die Videos bis zum Ende. Videos eignen sich außerdem für Retargeting nach dem Besuch der Karriereseite.
Ergänzend setzt die Uniklinik auf Events für Schüler:innen, Gamification und eine eigene Stabsstelle für Ausbildung und Studium.
1.900 Bewerbungen für 90 Plätze und was jetzt kommt
Die Kampagne 2024 brachte 1,2 Millionen Impressions, 9 Millionen über Google Display und knapp über 40.000 über die Google-Suche, bei nur 531.000 Menschen im Umkreis von 30 km. Die Bewerbungszahlen: 150 für Diätassistenz, 31 für Tierpflege, wo jahrelang niemand gefunden wurde, und 1.900 für 90 Pflegeplätze. Die komplette Kampagne 2024 kostete laut Bühnengespräch 16.000 und war damit günstiger als manche Jobbörse. Das Videomaterial gab es schon vorher.
Die neue Herausforderung ist die Menge. Bei mindestens 5 Minuten pro Absage und 1800 Absagen braucht es mehr Qualität in der Vorauswahl, wahrscheinlich mit KI. Die Prognose aus Würzburg: KI macht Ausbildungsberufe wieder attraktiver.
Als nächsten Schritt nennt Piening Suchmaschinenoptimierung. Über 90 % aller Karriereseiten sind bei Google faktisch nicht sichtbar. Strukturierte, SEO-optimierte Berufsprofile werden auch bei Bing gefunden und damit in Sprachmodellen wie ChatGPT. Pienings Rat: Mach dich unabhängiger von generischen Jobbörsen und stell deine Karriereseite ins Zentrum der Candidate Journey. Dein erster Schritt: Prüf, ob du vorhandene Karrierevideos schon mit Reichweite ausspielst.
Häufige Fragen
Wie finde ich Azubis über Google?
Mit Google Search Ads, die viele Suchkombinationen wie „Ausbildung 2025“ oder „Ausbildung Pflege“ abdecken, kombiniert mit Alters- und Regionaltargeting. Das Uniklinikum Würzburg besetzte so kurzfristig alle 90 Pflege-Ausbildungsplätze.
Lohnt sich YouTube im Recruiting?
Laut Thorsten Piening ja: 40,9 % der Schüler:innen informieren sich auf YouTube über Ausbildungsberufe. Vorhandene Videos mit Ads im Umkreis auszuspielen, bringt günstig Reichweite.
Speaker:innen
Holger Krannich




