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EF25Festival-Session · KI & Automatisierung · Recruiting & Active Sourcing

KI Active Sourcing: So erreicht DKV Mobility passive Kandidat:innen

Wie machst du KI Active Sourcing, wenn dein TA-Team nur aus drei Leuten besteht? Sarah Issiakou von DKV Mobility und Jonas Krömer von Skillconomy zeigen auf dem EMBRACE Festival 2025, wie ein KI-Sourcing-Agent neue Stellen erkennt, passende Profile anschreibt und Bewerbungen direkt ins ATS spielt. Mit ehrlichen Zahlen aus der Praxis.

  • Mit Sarah Issiakou, Jonas Krömer
  • Von DKV Mobility, Skillconomy
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025
  • Datum 25.–26.06.2025
KI Active Sourcing: So erreicht DKV Mobility passive Kandidat:innenVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Standardisiere die Freigabe: Bei DKV Mobility kostet Active Sourcing pro Stelle 2 bis 3 Minuten, weil Landingpage und Ablauf feststehen. ▶ 12:02
  2. Setz auf Kontext statt Schlagwortsuche: Jobtitel und Skills bedeuten je nach Unternehmen und Werdegang etwas anderes. ▶ 14:33
  3. Mach Bewerben leicht: eine Landingpage mit Gehalt, Anfahrtszeit und Benefits, dazu eine Chatbot-Bewerbung mit wenigen Klicks. ▶ 17:51
  4. Verlang ein Reporting je Vakanz, das auch zeigt, warum Angesprochene nicht ins Gespräch wollten. ▶ 20:00
  5. Nutz die Ansprache als Imagefaktor: Kandidat:innen merken die KI, fühlen sich laut DKV aber trotzdem menschlich abgeholt. ▶ 19:24

Sieh dir alle 32 Minuten an, mit Einblicken in den Sourcing-Agenten und den Zahlen von DKV Mobility, und lies im Transkript nach. Kostenlos für Mitglieder.

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Active Sourcing mit kleinem Team: die Ausgangslage bei DKV Mobility

DKV Mobility ist ein Mobilitätsdienstleister im B2B-Geschäft, 91 Jahre alt, mit rund 2800 Mitarbeitenden. Bis Anfang 2023 gab es kein eigenes Recruiting. Business Partner rekrutierten nebenbei, viele externe Dienstleister waren an Bord. Issiakou hat das Recruiting mit zwei Kolleginnen neu aufgebaut, heute sind es 3,2 Vollzeitstellen.

2024 gab es 144 Einstellungen, konstant sind rund 50 Stellen offen. Im Alltag heißt das viel Post and Pray. Active Sourcing nebenbei klappt mit so wenig Kapazität nicht, denn für Issiakou gilt: Entweder du machst Active Sourcing gut oder gar nicht.

Warum klassisches Active Sourcing oft nicht aufgeht

Krömer hat Skillconomy vor zehn Jahren mitgegründet und kennt zwei Lager. Die einen geben Recruitern zusätzlich eine Lizenz und hoffen, dass Sourcing nebenher läuft. Die anderen bauen ein eigenes Sourcing-Team auf. Beide Wege stecken voller Handarbeit, brauchen ständigen Antrieb und kosten viel, durch Gehälter und Jahreslizenzen. Die feste Kapazität passt selten zum schwankenden Bedarf.

Dazu kommt ein technisches Problem: Schlagwortsuche findet viele passende Profile gar nicht, weil der Kontext fehlt. Menschen lesen Jobtitel und Werdegang im Zusammenhang. Der Skill Datenschutz bedeutet bei einer Anwältin etwas anderes als bei einem Datenschutzberater oder einer Webentwicklerin, und Jobtitel meinen in jedem Unternehmen etwas anderes. Skillconomy hat zwei Jahre in eine eigene KI investiert, die diesen Kontext herstellen soll.

„Für mich ist der Aufwand beim Active Sourcing stand heute 2 bis 3 Minuten. Und ich muss mal sagen, also so gut habe ich noch nie Active Sourcing gemacht …“

Sarah Issiakou · im Video ab 12:02

So läuft KI Active Sourcing im Alltag

Issiakou veröffentlicht eine Stelle wie gewohnt auf der Karriereseite. 60 Sekunden später kommt eine E-Mail von Skillconomy mit einer Landingpage für die Position: Aufgaben, geschätztes Gehalt, ein Routenplaner für die Anfahrtszeit und die Benefits. Issiakou prüft, ob alles stimmt, und gibt frei. Aufwand: 2 bis 3 Minuten.

Danach sucht der KI-Sourcing-Agent in Millisekunden aus 21 Millionen Profilen von LinkedIn, Xing, Indeed, StepStone und Nischenplattformen die passenden heraus. Ein zweiter Schritt prüft Hard Skills und eine Blacklist von Unternehmen, die nicht angesprochen werden sollen. Teilweise werden so 500 Profile automatisch angeschrieben.

Der Unterschied zur Schlagwortsuche: Die KI kennt die Profile im Unternehmen. Sie versteht zum Beispiel, wie eine Rolle als Product Owner Data bei DKV Mobility gemeint ist und für welche Profile sie ein schlüssiger nächster Karriereschritt ist.

Die Angesprochenen erhalten eine kurze, persönliche, KI-erstellte Nachricht, die an ihr Profil anknüpft. Gut 53% reagieren darauf. Über die Landingpage bewerben sie sich per Chatbot mit wenigen Klicks. Der Chatbot kennt das Profil und fragt nur nach, wo er unsicher ist. Die Bewerbung landet automatisch im ATS.

Ergebnisse: Qualität, Candidate Experience und Reporting

In der Vorauswahl musste Issiakou bisher niemanden aus diesem Kanal aussortieren und leitet Profile fast blind an die Fachbereiche weiter. Kandidat:innen melden zurück, dass sie die KI zwar bemerken, sich aber menschlich abgeholt fühlen. Für das Image ist das ein Pluspunkt, auch ohne Einstellung.

Alle zwei Wochen gibt es ein Reporting pro Vakanz: wie viele Menschen angeschrieben wurden, wie viele reagiert haben und warum andere kein Gespräch wollten. Pro Vakanz kommen mindestens vier, fünf Kandidat:innen. Eingestellt wurde noch niemand, die Zusammenarbeit ist frisch, aber Zweitgespräche für eine Data-Stelle und im Controlling laufen. Lizenzen für LinkedIn und Xing hat das Team nicht mehr gebraucht.

KI Active Sourcing einführen: Was du mitnimmst

Der Praxisfall zeigt: Auch kleine TA-Teams erreichen den passiven Markt, wenn Sourcing standardisiert ausgelagert ist. Entscheidend sind drei Punkte: die Freigabe der Landingpage durch das Recruiting, eine saubere Anbindung ans ATS und ein Reporting je Vakanz mit den Gründen für Absagen.

Behalte dabei den AI Act im Blick. Krömer weist darauf hin, dass Recruiting mit KI schnell im Hochrisiko-Bereich landet. Ein erster Schritt: Such dir die Stellen, bei denen Post and Pray nicht mehr reicht, und leg fest, was eine Landingpage zeigen muss, damit passive Kandidat:innen klicken.

Häufige Fragen

Wie funktioniert KI Active Sourcing?

Ein KI-Agent erkennt neue Stellen auf der Karriereseite, sucht nach der Freigabe passende Profile aus 21 Millionen Profilen verschiedener Netzwerke und schreibt sie persönlich an. Interessierte bewerben sich über Landingpage und Chatbot, die Daten landen direkt im ATS.

Lohnt sich KI-Sourcing für kleine Recruiting-Teams?

Bei DKV Mobility mit 3,2 Vollzeitstellen im Recruiting kostet Active Sourcing pro Stelle 2 bis 3 Minuten. Pro Vakanz kommen mindestens vier, fünf Kandidat:innen, Lizenzen für LinkedIn und Xing braucht das Team nicht mehr.

Wie reagieren Kandidat:innen auf KI-Ansprache?

Gut 53 % reagieren auf die KI-erstellte persönliche Nachricht. Laut DKV Mobility merken Kandidat:innen die KI, fühlen sich aber trotzdem menschlich abgeholt.

Speaker:innen

Sarah Issiakou

DKV Mobility, Skillconomy

Jonas Krömer

Skillconomy

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