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KI im Recruiting: Sechs Praxisbeispiele von den Queb HR Innovation Awards 2026

Wie sieht KI im Recruiting in der Praxis aus, jenseits von Buzzword-Bingo? Bei den Queb HR Innovation Awards 2026 auf dem EMBRACE Festival pitchen sechs Teams in je 6 Minuten 40, von der KI-Agentin Anna bis zum Kampagnenmanager Lars von Lidl. Jessica Linke und Jens Bielmann vom Queb-Vorstand moderieren, das Publikum stimmt live ab.

  • Mit Jessica Linke, Jens Bielmann
  • Von Queb Bundesverband
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2026 · Main Stage
  • Datum 10.06.2026
KI im Recruiting: Sechs Praxisbeispiele von den Queb HR Innovation Awards 2026Video für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Lass KI vorbereiten, nicht entscheiden: Bei der Agentin Anna ist jede Teilnote begründet und im ATS dokumentiert, die Entscheidung trifft der Mensch. ▶ 17:51
  2. Begleite neue Mitarbeitende über die Vertragsunterschrift hinaus. Jeder Fünfte geht in den ersten 45 Tagen. ▶ 16:24
  3. Befähige dein Team vor dem Tool-Kauf und starte mit arbeitsrelevanten Use Cases statt Showcases, wie es die Deutsche Bahn macht. ▶ 36:59
  4. Steuere Kampagnen datenbasiert statt nach Bauchgefühl: Lidl verteilt Budgets nach Echtzeit-KPIs, regionalem Bedarf und internen Prioritäten. ▶ 43:26
  5. Mach Hiring Manager fit. Laut einer Gartner-Studie hängen 70 Prozent der Hiring-Qualität an Hiring Managern, aber nur 27 Prozent fühlen sich fit dafür. ▶ 49:59

Sieh dir alle 57 Minuten an, mit sechs Pitches von Lidl, Deutscher Bahn, Miele, everbay, VonVorteil und Harald Ackerschott. Kostenlos für Mitglieder.

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Queb HR Innovation Awards: sechs Pitches, ein Live-Voting

Der Queb Bundesverband für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting feiert 25-jähriges Jubiläum und vergibt die HR Innovation Awards zum 16. Mal. Hinter Queb stehen rund 70 Unternehmen mit sieben Millionen Beschäftigten. 15 Juroren haben die Shortlist in zwei Kategorien erstellt: Dienstleister und Unternehmen. Jeder Pitch läuft im Pecha-Kucha-Stil über 6 Minuten 40, danach stimmt das Publikum per Handy ab.

KI im Recruiting: Agentin Anna gewinnt bei den Dienstleistern

Kay Ackermann von everbay erzählt den Pitch als Szenario. Pflegefachkraft Markus bewirbt sich am Sonntagabend bei drei Kliniken. Eine meldet sich nie, eine nach elf Tagen. Anna ruft dagegen wenige Minuten später an, kennt die Unterlagen und hört, wie Markus antwortet. Sarah aus dem Recruiting findet am Montag zwei von 28 Bewerbungen schon vorqualifiziert und terminiert, ohne einen einzigen Anruf. Früher verbrachte Sarah 40 Prozent des Tages mit denselben Telefonaten.

Anna begleitet auch Onboarding und Bindung. Fünf Tage nach dem Start fragt Anna nach dem ersten Arbeitstag, in Woche drei fallen Probleme mit dem Equipment auf. Ackermann begründet das mit einer Zahl: Jeder Fünfte geht in den ersten 45 Tagen. Anna entscheidet dabei nie, jede Teilnote ist begründet und im ATS dokumentiert. everbay nennt 30 Prozent weniger Kosten, 40 Prozent mehr Kandidaten und elf Tage Zeitgewinn. Das Publikum wählt everbay zum Sieger der Kategorie.

„Anna entscheidet nie, sondern Anna bereitet vor, denn die Entscheidung wird immer der Mensch treffen.“

Kay Ackermann · im Video ab 17:51

Fairere Auswahl und Struktur im Employer Branding

Harald Ackerschott will Fairness in die Personalauswahl bringen. Der Lebenslauf ist für Ackerschott keine Zusammenfassung einer Person, sondern der Spiegel der Lotterie des Lebens. Das Verfahren ABCI setzt deshalb bei sauber geklärten Anforderungen an. Im Praxisbeispiel sortiert das Recruiting nur nach formalen Voraussetzungen aus und lädt alle anderen zu einem wissenschaftlich fundierten Online-Assessment ein. Das Recruiting bekommt Datenpunkte für die Shortlist und anforderungsbezogene Interviewfragen. Ackerschott vergleicht das mit dem Cockpit einer Pilotin, die nicht nur nach Intuition fliegt.

Dr. Simon Mamerow von VonVorteil setzt beim Employer Branding an. Gute Arbeit hängt oft an einzelnen Personen und liegt verstreut in Excel-Tabellen, PDFs und Meeting-Unterlagen. Essential führt diese Quellen KI-gestützt zusammen, auch alte Word-Dateien, und ordnet sie wie Bücher im Regal. Mamerow nennt das ein Betriebssystem für Employer Branding: Struktur statt Aktionismus. Die KI macht Vorschläge, entscheidet aber nicht, und das Wissen bleibt im Unternehmen statt bei der Agentur.

Recruiting-Praxisbeispiele aus Unternehmen: Lidl, Deutsche Bahn, Miele

Lidl gewinnt die Kategorie Unternehmen mit Lars, dem Lidl Automated Recruiting System. Lisa-Marie Holch und Sascha Neigel nennen den Hintergrund: knapp 16.000 offene Stellen in ganz Deutschland, vorher drei bis vier Agenturen und Tools, knapp 1.000 Kampagnen mit 14.000 Werbemitteln. Lars erstellt Anzeigen aus dynamischen Templates innerhalb von zwei Minuten, verteilt Budgets nach Echtzeit-KPIs und liefert Reports über alle Kanäle. Laut Lidl spart das eine halbe Million Euro im Employer Branding pro Jahr und knapp 20 Euro pro Bewerbung.

Bei der Deutschen Bahn kommt Befähigung vor dem Tool. Tamara Voigt und Paul David Lüschen zeigen, wie die 600 Menschen der Personalgewinnung KI lernen: mit einer Strategie, einem KI-Hub mit über 60 Expertinnen und zwei Stunden Lernzeit an jedem Montagmorgen. Der Grundsatz lautet arbeitsrelevante Use Cases statt Showcases. Im Community-Management hilft ein eigenes LLM bei über 80.000 Fragen pro Jahr, die Entscheidung über jede Antwort treffen Fachleute. Ergebnis: 35 Prozent Einsparung im Always-on-Budget und eine 26 Prozent höhere Antwortrate.

Sascha Mossner von Miele pitcht ganz ohne KI und stellt eine These auf: Recruiting ist nicht HR, sondern Führungsaufgabe. Mossner zitiert eine Gartner-Studie, nach der 70 Prozent der Hiring-Qualität am Hiring Manager hängen, sich aber nur 27 Prozent der Hiring Manager fit dafür fühlen. Das Talent Acquisition Skill Lab startet mit einer selbst gebauten Reifegradanalyse und führt über individuelle Lernpfade zu Trainings für Interviews, Bias Reduction und Entscheidungen. 80 Prozent der Hiring Manager nutzen das freiwillig, gekostet hat es nichts.

Was du aus den Pitches für deinen Recruiting-Alltag mitnimmst

Die sechs Pitches setzen unterschiedlich an und folgen doch einem Muster: Struktur statt Bauchgefühl, Menschen statt Blackbox. Anna und Essential bereiten Entscheidungen vor, treffen sie aber nicht. Die Deutsche Bahn und Miele investieren zuerst in die Kompetenz der Menschen, Lidl ersetzt Bauchgefühl durch Daten.

Ein erster Schritt für dich: Such dir einen alltäglichen, arbeitsrelevanten Use Case, etwa Mails, Stellenanzeigen oder Interviewfragen, und miss von Anfang an, was sich verändert. Die Deutsche Bahn fragt dafür regelmäßig Nutzung, Zufriedenheit und Sicherheit im Umgang mit KI ab und steuert danach ihre Projekte.

Häufige Fragen

Wie setzen Unternehmen KI im Recruiting ein?

Lidl steuert mit Lars Anzeigen und Budgets automatisch nach Echtzeit-KPIs. Die Deutsche Bahn beantwortet Fragen aus der Community mit einem eigenen LLM, über jede Antwort entscheiden Fachleute.

Wer hat den Queb HR Innovation Award 2026 gewonnen?

In der Kategorie Dienstleister gewinnt everbay mit der KI-Agentin Anna, in der Kategorie Unternehmen Lidl mit dem KI-gestützten Kampagnenmanager Lars. Das Publikum stimmt live ab.

Wie mache ich Hiring Manager fit fürs Recruiting?

Miele startet mit einer Reifegradanalyse und bietet darauf aufbauend Trainings zu Interviews, Bias Reduction und Entscheidungskompetenz an. 80 Prozent der Hiring Manager nutzen das freiwillig.

Speaker:innen

Jessica Linke

Vorstand, Queb

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