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EF25Festival-Session · Retention & Kultur

Wellbeing und Retention: Warum auch Führungskräfte Fürsorge brauchen

Wellbeing ist kein Nice-to-have, sondern entscheidet über Retention. Im Live-Podcast auf dem EMBRACE Festival 2025 spricht Sandra Strauss, CPO von Urban Sports Club, mit Christin Clodius von The Human Link über den bewussten Ausstieg aus einer HR-Führungsrolle, über Warnsignale für Burnout und darüber, wie HR Wellbeing mit harten Zahlen begründet.

  • Mit Sandra Strauss, Christin Clodius
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025 · Blue Stage
  • Datum 25.–26.06.2025
Wellbeing und Retention: Warum auch Führungskräfte Fürsorge brauchenVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Denk bei gesunder Führung auch an die Führungskräfte selbst. Von ihnen wird immer mehr erwartet, den Umgang damit haben viele nie gelernt. ▶ 6:03
  2. Gib in Stressphasen nicht als Erstes auf, was dir Energie gibt. Genau dann brauchst du Freundeskreis, Sport und Pausen am meisten. ▶ 10:37
  3. Nimm dein Bauchgefühl ernst und lerne deine Triggerpunkte kennen. Wer im Burnout war, wusste es meist vorher. ▶ 12:42
  4. Zeig als Führungskraft auch Zweifel. Das nimmt Druck raus und ermutigt Mitarbeitende, sich selbst zu öffnen. ▶ 14:01
  5. Verankere Wellbeing in den strategischen Zielen und Retention-KPIs, statt es als freiwilliges Extra zu behandeln. ▶ 26:23

Hör dir die ganze Live-Folge in 31 Minuten an, mit allen persönlichen Erfahrungen und Tipps, und durchsuche das Transkript. Kostenlos für Mitglieder.

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Wellbeing und Retention: ein Live-Podcast mit echter Geschichte

Sandra Strauss nimmt auf dem EMBRACE Festival eine Live-Folge des Urban-Sports-Club-Podcasts zum Wohlbefinden auf. Zu Gast ist Christin Clodius, die seit dem Alter von 27 Führungsverantwortung im HR-Umfeld hatte, zuletzt für die gesamte Personalarbeit eines Versicherers. Mit drei Kindern und einem Alltag von Meeting zu Meeting kam das eigene Wohlbefinden ins Ungleichgewicht, beruflich und zunehmend auch körperlich.

Clodius hat daraus nach 20 Jahren eine klare Konsequenz gezogen und die Rolle ohne Anschlussjob verlassen. Das Bild dafür: raus von der linken Autobahnspur, eine Weile Landstraße fahren und dann entscheiden, welche Auffahrt die richtige ist. Der Anspruch dahinter: Wer als HR andere in solchen Fragen begleitet, muss selbst konsequent sein.

Warum Führung so viel Energie kostet

Das Problem liegt laut Clodius weniger im HR-Beruf als in Führung an sich. Was Mitarbeitende von Führungskräften erwarten, ist deutlich mehr geworden, die Welt komplexer und schneller. Die Mechanismen, damit umzugehen, haben viele nie gelernt. Gesunde Führung wird meist für Mitarbeitende gedacht. Wie Führungskräfte selbst resilient bleiben, kommt oft zu kurz.

Für HR kommt ein besonderer Spagat dazu: Viele sind aus Idealismus in den Beruf gegangen und müssen zugleich die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten. Clodius hätte sich gewünscht, dieses Spannungsfeld früher zu kennen. Unternehmen sollten es deshalb schon in der Auswahl und Begleitung künftiger Führungskräfte offen ansprechen.

„Heute ist es eher, ich bezahle mit einem Gesundheitsbudget dafür, dass du weiter überhaupt Leistung bringen kannst.“

Christin Clodius · im Video ab 25:56

Warnsignale erkennen und offen sprechen

Paradox ist: In Situationen, in denen wir es am meisten bräuchten, tun wir am wenigsten von dem, was uns hilft. Clodius hat sich nicht mehr mit Freundinnen getroffen und ist seltener auf Konzerte gegangen. Der Rat: Hör in dich hinein, nimm den Bewertungsfilter im Kopf heraus und erkenne, wann Körper oder Kopf Signale senden. Wer zu oft keine Lust mehr hat, weiß es eigentlich schon.

Offenheit beginnt bei Vorbildern. Führungskräfte dürfen sagen, dass sie nicht weiterwissen oder mit einer Entscheidung hadern. Das kommt nach Clodius' Erfahrung fast immer positiv zurück. Hilfreich sind ein Vorstand, der offen für den Menschen ist, und Verbündete in HR, BGM und Betriebsrat. Viele Angebote kosten wenig, etwa Netzwerke oder niedrigschwellige Programme für Achtsamkeit und mentale Gesundheit.

Der Wellbeing-Kompass von Urban Sports Club, eine repräsentative Umfrage in fünf europäischen Ländern, zeigt: Männer bewerten ihr Wohlbefinden durchweg besser als Frauen. Clodius vermutet dahinter auch, dass Frauen selbstkritischer antworten und seltener einfordern, was ihnen guttut.

Wellbeing als Business Case: CFO-Sprache lernen

Damit Wellbeing in der Kultur ankommt, müssen CEO und CFO daran glauben. HR spricht dafür oft zu wenig die Sprache des CFO. Über 80 Prozent der Unternehmen tun etwas, meist aber nur das gesetzlich Nötige wie Arbeitssicherheit oder Grippeschutzimpfung. Gleichzeitig steigen die Krankheitstage. Es geht inzwischen weniger darum, Produktivität zu steigern, als den Status quo zu halten.

Der Erfolg von Gesundheitsmaßnahmen ist schwer messbar, weil der vermiedene Krankheitstag in keinem System steht. Clodius verweist auf Studien aus den USA, nach denen jeder investierte Dollar einen Faktor von 2,7 zurückbringt. Auch Pay for Performance bekommt eine neue Bedeutung: Ein Gesundheitsbudget sichert, dass Menschen überhaupt leistungsfähig bleiben. Deshalb gehört Wellbeing in die strategischen Ziele und in die KPIs zu Turnover und Retention.

Was du morgen ändern kannst

Clodius schafft sich heute bewusst Inseln: Sport mit einer Freundin als Verabredung, laute Musik auf dem Weg dorthin, regelmäßigere Mahlzeiten und klare Grenzen, etwa keine E-Mails um 22 Uhr. Den Begriff Feel Good Manager will Clodius nicht mehr hören, weil es um gutes Sein geht und nicht nur um ein Gefühl. Der wichtigste Tipp: Bleib offen und behalte das Interesse am Menschen.

Häufige Fragen

Warum ist Wellbeing wichtig für Retention?

Laut Christin Clodius steigen die Krankheitstage, und es geht zunehmend darum, Mitarbeitende überhaupt leistungsfähig zu halten. Wellbeing gehört deshalb in Strategie und Retention-KPIs.

Wie spricht man im Unternehmen offener über mentale Gesundheit?

Mit Vorbildern, die offen darüber reden, einer Geschäftsführung, die das unterstützt, und niedrigschwelligen Angeboten. Auch Betriebsräte können das Thema voranbringen.

Speaker:innen

Sandra Strauss

Christin Clodius

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