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EF25Festival-Session · Retention & Kultur · Leadership & Transformation

HR Transformation: Was CHROs von BARMER, Teva und Canon jetzt priorisieren

Wie gelingt HR Transformation, wenn sich Technologie, Märkte und Organisationen gleichzeitig verändern? Im CHRO-Panel auf dem EMBRACE Festival 2025 sprechen Simone Schwering (BARMER), Stefanie Jordan (Teva) und Dr. Saba Kascha (Canon Deutschland) mit Gero Hesse (EMBRACE) offen über Wandel ohne Enddatum, HR-Tech zwischen Anspruch und Personalrat und Haltung in unsicheren Zeiten.

  • Mit Simone Schwering, Stefanie Jordan, Dr. Saba Kascha, Gero Hesse
  • Von BARMER, Teva, Canon
  • Format Festival-Session · EMBRACE Festival 2025 · EMBRACE Stage
  • Datum 25.–26.06.2025
HR Transformation: Was CHROs von BARMER, Teva und Canon jetzt priorisierenVideo für Mitglieder · kostenlos

Das nimmst du mit

  1. Plan Transformation als Weg, nicht als fertigen Plan: Die BARMER gestaltet den eigenen Wandel unterwegs mit. ▶ 5:31
  2. Denk in Moments that matter: Geschäftskritische Kontaktpunkte bleiben menschlich, transaktionale Schritte übernimmt Technologie. ▶ 16:37
  3. Lass HR-Projekte im Business umsetzen, etwa Career Days als Aufgabe für bereichsübergreifende Teams im Talentprogramm. ▶ 17:23
  4. Hol bei HR-Tech den Personalrat früh ins Boot. Neue Systeme brauchen Zustimmung, Kulturarbeit und einen langen Atem. ▶ 20:19
  5. Starte mit einem MVP: Frag, was du mindestens erreichen willst. Kleine Schritte senken Widerstand und Risiko. ▶ 27:48

Sieh dir alle 38 Minuten des CHRO-Panels an und lies im Transkript nach, wie BARMER, Teva und Canon Transformation angehen. Kostenlos für Mitglieder.

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HR Transformation ohne Enddatum: BARMER One

Die BARMER hat 15 000 Beschäftigte, betreut 8,7 Millionen Versicherte und ist die zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts steht sie trotzdem im Wettbewerb. Schwering beschreibt den Weg weg von behördenartigen Strukturen hin zu einem modernen Unternehmen. Treiber sind Digitalisierung, die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens, der interne demografische Wandel und veränderte Anliegen der Versicherten.

Der Transformationsprozess heißt BARMER One. Er setzt Leitplanken, aber keinen starren Plan: Die Organisation gestaltet unterwegs mit. Die hierarchische Trennung zwischen Hauptverwaltung und Kundenbetreuungsregionen ist aufgelöst. Wo BARMER draufsteht, kann jede und jeder arbeiten, egal ob in der IT oder in der Kundenbetreuung. Dazu kommen neue Führungsprinzipien und ein Workload Management, das Anliegen nach Priorität verteilt statt nach Buchstabenbereichen. Fertig ist das nicht, und der Widerstand ist groß.

Infinite Game und Beidhändigkeit bei Teva und Canon

Teva ist der größte Generikaanbieter der Welt, bekannt vor allem über die Marke ratiopharm. Der deutsche Standort ist mit knapp 3000 Beschäftigten der größte im Konzern. Eine neue Strategie rückt das innovative Geschäft in den Fokus. Jordan spricht vom Infinite Game: Es gibt kein Change-Projekt mehr, das endet. Die Frage ist, wie du Menschen dauerhaft aktivierst.

Canon gibt es seit 1937 und ist längst mehr als Kameras, von Bürodruckern bis zu Druckern für mehrere Millionen Euro, die Teil von Produktionsanlagen sind. Kascha nennt die Aufgabe Beidhändigkeit: das Bestehende noch besser machen und sich zugleich auf die Zukunft vorbereiten. Für HR heißt das, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu stärken. Themen sind die Balance zwischen zentral und lokal, KI, Produktivität und Kostendruck.

„Systeme und KI und all das Zeug ist wichtig, aber letztendlich folgen Menschen Menschen.“

Dr. Saba Kascha · im Video ab 18:15

HR-Tech: Zwischen Moments that matter und Personalrat

Bei Teva wurde SuccessFactors schon vor Jahren eingeführt, in Deutschland wird gerade ein Virtual Agent im Recruiting getestet. Der Leitsatz: Was in HR digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. HR versteht sich als Businesspartner, nicht als Serviceeinheit. Kascha setzt bei Canon auf Moments that matter. Das Gespräch mit der Führungskraft im Interview oder eine Postkarte mit QR-Code vor dem ersten Arbeitstag bleiben menschlich. Transaktionale Schritte dürfen Technologie oder KI übernehmen.

Schwering spricht offen über Hürden. Als gesetzliche Krankenkasse hat die BARMER nur begrenzte Budgets für Verwaltungskosten. SuccessFactors ist eingeführt, doch Führungskräfte und Beschäftigte müssen es erst nutzen wollen. Und Personalräte sehen technische Innovation zunächst kritisch. Für einen KI-gestützten Piloten mit 30 Personen war viel Vorarbeit nötig. Hesse ergänzt aus einem Beratungsgespräch: Bis neue Technologie in HR im Mainstream ankommt, dauert es länger, als viele erwarten.

Haltung, Vielfalt und Recruiting in unsicheren Zeiten

Kascha beschreibt die Canon-Philosophie Kyosei: leben und arbeiten für das Gemeinwohl. Obwohl Canon gerade zurückhaltend einstellt, veranstaltet das Team Career Days für Jobsuchende im eigenen Netzwerk, mit Lebenslauf-Check, Training und Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. HR passiert dabei auch außerhalb von HR: Teams aus verschiedenen Bereichen setzen solche Projekte im Rahmen von Talentprogrammen um.

Die BARMER plant einen ersten Vielfaltstag und positioniert sich klar als diverser Arbeitgeber mit Beschäftigten aus 52 Nationen. Das merkt die Kasse im Recruiting, Bewerbende sprechen das Thema an. Weil viele in Rente gehen, stellt die BARMER in diesem Jahr wieder ein. Bei Teva wird Diversity vor allem nach innen gelebt, über eine Community am Standort. Kascha betont: Haltung zeigt sich, wenn es schwierig wird. Bei Canon mit einem Durchschnittsalter von etwa 48 gehört dazu auch das Thema Generationen.

Jordan rät zu kleinen Schritten mit einem MVP, gerade wenn Geld oder Priorität fehlen. Grenzen setzen vor allem Compliance, Datenschutz und Arbeitsrecht, sonst eher eine Kultur, die sagt: Das haben wir noch nie so gemacht.

Wohin sich HR entwickelt

Zum Schluss blicken alle drei nach vorn. Jordan hält den Begriff HR für überholt und sieht viel Potenzial darin, die Rolle als Business- und Transformationspartner auszubauen. Kascha schaut zuversichtlich auf das Zusammenspiel von Mensch und Maschine, bei dem beide gewinnen, wenn Vertrauen, Ethik und Akzeptanz stimmen. Schwering bringt es auf den Kern: Erfolgreiche Unternehmen hängen davon ab, wer dort arbeitet, wie und ob die Menschen zufrieden sind. Dein erster Schritt: Prüf, welches Transformationsprojekt bei dir eigentlich ein Dauerzustand ist, und plan es auch so.

Häufige Fragen

Was bedeutet Infinite Game in der HR Transformation?

Bei Teva steht der Begriff dafür, Wandel nicht mehr als Change-Projekt mit Enddatum zu planen. Stattdessen geht es darum, Menschen dauerhaft zu aktivieren und mit kleinen ersten Schritten anzufangen.

Was sind Moments that matter in HR?

Kascha meint die Kontaktpunkte, die für Menschen und Geschäft besonders wichtig sind, etwa das Interview mit der Führungskraft oder eine Postkarte vor dem ersten Arbeitstag. Diese bleiben menschlich, transaktionale Schritte übernimmt Technologie.

Warum ist HR-Tech in Deutschland oft schwer einzuführen?

Schwering nennt begrenzte Budgets, eine Kultur, die neue Systeme erst annehmen muss, und Personalräte, die technische Innovation zunächst kritisch sehen. Es braucht einen langen Atem.

Speaker:innen

Simone Schwering

Stellv. Vorstandsvorsitzende / BARMER

Dr. Saba Kascha

BARMER, Teva, Canon

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