Das nimmst du mit
- Spiegel die Employee Reality: Work Wellbeing ist kein Kuschelkurs, sondern der Rahmen, den deine Employer Brand nach außen zeigt. ▶ 0:10
- Miss Wohlbefinden in vier Dimensionen: Zufriedenheit, Erfüllung, Sinn und Stress. ▶ 6:05
- Arbeite an den elf Treibern, von Wertschätzung und Vergütung bis zu Flexibilität, Inklusion und Vertrauen. ▶ 7:09
- Zeig Wertschätzung konkret: Benenn, was jemand zum Unternehmenserfolg beigetragen hat, statt nur „gut gemacht“ zu sagen. ▶ 8:59
- Setz bei Begeisterung, Inklusion und Führung an. Diese Hebel wirken in Deutschland besonders stark und brauchen nicht nur Geld. ▶ 14:38
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Kostenlos beitretenWohlbefinden am Arbeitsplatz ist mehr als ein Yogakurs
Neher lässt den Begriff Work Wellbeing bewusst auf Englisch. Das deutsche Wort Wohlbefinden klinge nach Yogakurs und Kuschelkurs. Doch was die Employer Brand verspricht, soll die Employee Reality widerspiegeln, und die besteht nicht aus Streicheleinheiten, sondern aus einem Gesamtrahmen, den Unternehmen gestalten.
Die Daten dafür kommen von Indeed, wo sichtbar wird, wer welchen Job sucht, und von der Schwesterfirma Glassdoor mit Bewertungen und Stimmungen von Beschäftigten. Neher verknüpft das mit der Bedürfnispyramide nach Maslow: Wer beruflich Erfüllung findet und hinter der eigenen Arbeit steht, fühlt sich zugehörig, bleibt besonders lange und ist loyal.
Wohlbefinden ist laut Neher eine von sechs Säulen einer Arbeitgebermarke, neben Storytelling, Führung, Mitarbeiterbeteiligung, Transparenz und Candidate Experience. Dahinter steht die Frage: Wofür willst du als Arbeitgeber bekannt sein? Die Antwort sollte zu dem passen, was deine Mitarbeitenden wirklich antreibt.
So lässt sich Work Wellbeing messen
Indeed führt dazu eine Studie mit dem Wellbeing Research Centre in Oxford durch, inzwischen mit über 20 Millionen Datensätzen. Beschäftigte können ihren Arbeitgeber weltweit entlang mehrerer Dimensionen bewerten. Gemessen wird Wohlbefinden in vier Bereichen: Zufriedenheit, Erfüllung, Sinn und Stress. Stress wirkt dabei negativ, etwa wenn du so viel zu tun hast, dass du nicht weißt, womit du anfangen sollst.
Beeinflusst wird das Wohlbefinden von elf Faktoren: Erfolg, Wertschätzung, Zugehörigkeit, Vergütung, Begeisterung, Flexibilität, Inklusion, Lernen, Management, Unterstützung und Vertrauen. Wie stark jeder Faktor wirkt, unterscheidet sich nach Branche und nach Mensch, denn nicht alle haben dieselben inneren Antreiber. Klar ist aber: An diesen Stellschrauben kannst du im eigenen Unternehmen drehen.
„Dass Work-Well-Being nichts nur mit Mental Health oder nichts nur mit einer Yogamatte zu tun hat …“
Die Treiber für Wohlbefinden am Arbeitsplatz
Neher bündelt die Faktoren. Lernen, Erfolg und Begeisterung gehören zusammen: Wer nur lernt, aber die eigene Entwicklung nie bestätigt bekommt, gewinnt kein Wohlbefinden. Zugehörigkeit, Inklusion, Unterstützung und Wertschätzung durch Führung bilden den zweiten Block. Wertschätzung heißt dabei, in einem bestimmten Moment klar zu benennen, was jemand zum Unternehmenserfolg beigetragen hat.
Dann gibt es Basics, die laut Neher noch immer nicht umgesetzt sind: faire Bezahlung, Vertrauen und Flexibilität. Vertrauen fehlt dort, wo du für einen kleinen Einkauf die fünfte Unterschrift brauchst. Vertrauen heißt Freiraum und Entscheidungshoheit innerhalb klarer Rahmenbedingungen. Für Neher ist das einer der wichtigsten Hebel.
Der Business Case und die Lage in Deutschland
Früher fragten Unternehmen, wo sie sparen, um produktiver zu werden. Work Wellbeing dreht das um: zuerst in Menschen investieren, dann kommt der Outcome. Das hilft beim Recruiting und vor allem beim Halten von Menschen, denn jede Neubesetzung kostet.
Indeed hat die Unternehmen mit den besten Werten im Work Wellbeing Index ab 2021 mit Börsenindizes wie Nasdaq und Dow Jones verglichen. Alle schnitten besser ab, darunter auch Firmen mit stressiger Arbeit wie H&R Block. Auf die Nachfrage, ob nicht einfach mehr Geld mehr Investition erlaubt, sagt Neher: Das spielt mit, erklärt den Effekt aber nicht allein.
Die neuen Daten für Deutschland sind ernüchternd. Weltweit fahren 22 Prozent der Beschäftigten wirklich erfüllt zur Arbeit, in Deutschland nur 17 Prozent. Eine Regressionsanalyse zeigt, was hierzulande am stärksten wirkt: Begeisterung, Inklusion und die Führungskraft. Viele Elemente mit geringerer Investition sind sogar die stärkeren Treiber. Gute Führungskultur ist damit kein Nice-to-have, sondern Teil jeder Work-Wellbeing-Initiative.
Inklusion im weiten Sinn und dein erster Schritt
Inklusion versteht Neher breiter als im üblichen deutschen Gebrauch: Jeder Mensch soll einen Arbeitsraum finden und bei der Arbeit sich selbst sein können, auch in Teilzeit oder mit einer anderen Identität. Das zeigt sich im Alltag, etwa bei der Frage, wer Kopfhörer für Hörsensible im Großraumbüro bezahlt, bei Rückzugsinseln oder Toiletten für alle Geschlechter.
Im Employer Branding passiert Inklusion oft nur in Aktionswochen. Neher rät, kontinuierlich darüber zu kommunizieren. Dein erster Schritt: Brich herunter, welche der elf Faktoren in deinem Unternehmen wirken und was sich gerade verändert. Daraus entsteht eine Employee Reality, die deine Arbeitgebermarke glaubwürdig nach außen spiegeln kann.
Häufige Fragen
Was beeinflusst das Wohlbefinden am Arbeitsplatz?
Laut der Studie von Indeed mit Oxford elf Faktoren: Erfolg, Wertschätzung, Zugehörigkeit, Vergütung, Begeisterung, Flexibilität, Inklusion, Lernen, Management, Unterstützung und Vertrauen. Wie stark sie wirken, hängt von Branche und Mensch ab.
Lohnt sich die Investition in Employee Wellbeing?
Neher zeigt, dass Unternehmen mit den besten Werten im Work Wellbeing Index sich ab 2021 an der Börse besser entwickelt haben als Indizes wie Nasdaq und Dow Jones. Viele wirksame Hebel brauchen zudem wenig Investition.
Wie steht Deutschland beim Wohlbefinden am Arbeitsplatz da?
Eher schlecht: Weltweit fahren laut den Daten 22 Prozent der Beschäftigten erfüllt zur Arbeit, in Deutschland nur 17 Prozent.




